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Werwolf Wanderweg

Autor: Jesus Lopez | Aktualisiert: 30. März 2020 | zurück zu allen Blogs

Werwolf, Wanderweg, Kannibalismus, Mord, Inzucht, Hexenprozess, Werwolfprozess

Vor kurzem habe ich den Werwolf Wanderweg in Bedburg entdeckt.

Bedburg ist nicht so weit von meiner Praxis in Bergheim-Zieverich entfernt.

 

Ich habe auch schon ein paar Informationstafeln gefunden und fotografiert. Hier alle Informationen die ich zum Weg gefunden habe.

Wanderung

Der Werwolf-Wanderweg in Bedburg (Erft) ist ein ca. 10 km langer Themenrundweg.
Auf sieben Stationen mit Infotafeln beleuchtet er das Leben und Sterben des Bauern Peter Stubbe, dem Werwolf von Epprath, der hier im 16. Jahrhundert sein Unwesen trieb.

 

Start der Tour ist das Agatha-Tor im Bedburger Ortsteil Alt-Kaster. Abgesehen vom Aufstieg über den Wolfgangstieg auf die Karsterer Höhe verläuft der Weg ziemlich flach.

 

Bauer und Werwolf Peter Stump (Stubbe)

Der Fall Peter Stump ist der weltweit bekannteste Werwolfprozess im deutschsprachigen Raum.

Er fand Ende des 16. Jahrhunderts in Bedburg statt. Der Bauer Peter Stump, genannt Stubbe, aus dem nördlich von Bedburg gelegenen Weiler Epprath wurde der Hexerei angeklagt.

 

Er habe seine Seele dem Teufel vermacht, um einen Gürtel aus Wolfsfell zu erhalten, der ihn in eine blutrünstige Bestie verwandelte. In Gestalt eines Werwolfs terrorisierte er die Umgebung, vergewaltigte Frauen, trieb Inzest mit seiner Tochter und tötete Menschen um sie zu fressen, darunter 13 Kinder, inklusive seines eigenen Sohnes.

 

Nach 25 Jahren! der Werwölferei wurde Peter Stubbe gefasst und am 31. Oktober 1589 öffentlich hingerichtet. Durch zeitgenössische Flugschriften verbreitete sich die Geschichte vom

„Werwolf von Bedburg“ bzw. dem „Werwolf von Köln“ bis nach Augsburg und London.

 

Zwei Teilabschnitte

Die 7 Stationen des Werwolfwanderweges, Schloß Bedburg, Kastener Höhe, Wolfgangstieg, Epprather Brücke, Rathaus Bedburg, Erfthalbinsel Broich, Das Unwesen des Werwolfes, die gerichtsrunde, der Rundweg

Wem ein zweieinhalbstündiger Spaziergang zu lang ist, kann auch nur die Hälfte der Strecke begehen (ca. 5 Kilometer). Der Rundweg ist wie eine Acht aufgebaut ist und man muss sich keinen Wolf laufen.

 

Das Unwesen des Werwolfs

Stationen: 1–4, Rund um den Kasterer See, Start an der Infotafel am Agatha-Tor in Alt-Kaster.

 

Die Gerichtsrunde

 

Stationen 4–7, Wanderung durch Bedburg, Start an der Infotafel am Schloss Bedburg (Parkplatz)

Start - Infotafel

Werwolf Wanderweg, Bedburg, Infotafel

In der Nähe vom Parkplatz Alt Kaster ist das erste Schild zu finden.
Wenn man hier parkt, kann man zum Abschluss in der Pizzeria
"La Piazza" sich noch etwas zu Essen gönnen.
Falls hier alle Parkplätze besetzt sein sollten, keine Sorge. Nicht weit davon entfernt ist ein großer Parkplatz.

 

Ob man nun die erste, die zweite oder die komplette Strecke wandert, es gibt viel zu sehen und man hat hier in Bedburg sehr viele Möglichkeiten. Ich persönlich würde die erste Strecke empfehlen und danach einen Besuch in der Saunalandschaft Monte Mare empfehlen. 

1. Wolfgangstieg: „Die dämonischen Gräultaten“

Standort: Wolfgangstieg zur Kasterer Höhe. Treppen dieser Welt:
Hier gilt es 7000 Höhenzentimeter zu überwinden.

„Hier am Wolfgangstieg soll Peter Stubbe viele seiner blutigen Gräultaten verrichtet haben. Der Bauer wurde ca. 1540 im Weiler Epprath, nördlich von Bedburg, geboren. Um bei seinen Schandtaten unerkannt zu bleiben, band er sich einen Gürtel aus Wolfsfell um und verwandelte sich in einen Werwolf. Diesen hatte er von Satan persönlich erhalten, nachdem er ihm seine Seele vermacht hatte. In Gestalt eines Wolfes terrorisierte er die Umgebung, vergewaltigte und mordete und stillte seine Gier nach menschlichen Blut. Dreizehn Kinder soll er ermordet haben. Darunter auch seinen Sohn, den er durch Inzest mit seiner eigenen Tochter zeugte. Konnte er sein Verlangen nach Menschenblut nicht stillen, riss er grasendes Vieh, Kälber und Ziegen. Überliefert ist, daß die Menschen regelmäßig auf ihren Feldern Körperteile von verschwundenen Männern, Frauen und Kindern fanden. Die Angst vor dem teuflischen Werwolf war allgegenwärtig.“

 

Entlang des Wanderweges an der Kasterer Höhe geht es an einen Gedenkstein für den umgesiedelten Ort Darshoven vorbei. Wer von hier aus einen kurzen Umweg in Kauf nimmt, findet ein Gedenkkreuz für Morken-Harff wo einst ein Wasserschloss stand. Durch den Braunkohleabbau in der Kölner Bucht mussten sie dem Tagebau Garzweiler weichen. Die Bewohner wurden nach Kaster umgesiedelt.

Folgt man den Feldweg bis zur nächsten Infotafel, zum Geburts- und Wohnort von Peter Stubbe, hat man eine wunderbare Aussicht auf Felder und Windkraftanlagen. Eventuell schwirren in der Ferne einige Modellflugzeuge vom Modellflugplatz herum. Von Epprath fehlt jede Spur. Die an der Erftniederung gelegene Siedlung fiel 1968, 800 Jahre nach ihrer Entstehung, den Schaufelradbaggern zum Opfer.

 

 

2. Kasterer Höhe: „Geburts- und Wohnort von Peter Stubbe“

Standort: Kasterer Höhen – Der ehemalige Wohnort des Werwolfs musste dem Tagebau weichen. 

„Der Hof von Peter Stubbe lag einst in einem kleinen Weiler mit 20 strohbedekten Fachwerkhäusern nördlich von Kaster. Als alteingesessener Landwirt hatte er den Stand eines Halfen. Die Halfen waren Bauern mit eigenen Grund und Boden, den sie durch Auslösung einer festen Pachtsumme erhielten. Da ihr Land seine Größe behielt, waren sie den Vollbauern oft wirtschaftlich überlegen. Sie mussten nicht mit ständiger Verkleinerung durch Realteilung kämpfen. Peter Stubbe galt als sehr wohlhabender Mann mit eigenen Hof. Hier wohnte er mit seiner Tochter Beell Strump und der Patentante Katharine Trumpin, mit der er ein Verhältnis hatte.“

 

 

Rechts des Schildes führt Waldweg die Kasterer Höhe Richtung Kaster hinab. An der Brücke über die Kasterer Mühlenerft, links abbiegen. An der Seespitze befindet sich ein Ablaufwehr. Hier führt die Wanderung nach rechts in den Wald. Gegenüber der Infotafel befindet sich hinter der Bank ein Gedenkkreuz. Der 7 ha große See entstand durch den Kohleabbau und ist heute Teil eines Landschaftsschutzgebietes.

3. Kasterer See: „Jagd auf den Werwolf von Epprath“

Werwolf Wanderweg, Bedburg, Schild 3, Kasterer See, Jagd, Epprath

Standort: Kasterer See

 

„Jahrelang verbreitete der Werwolf von Epprath Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Der Stadtrat von Bedburg und der Vogt des Grafen von Salm-Reifferscheid beobachteten dies mit Sorge. Die Bewohner von Köln, Bedburg und Epprath wagten nicht mehr zu Reisen und der Handel blieb aus. Zum Schutz der Untertanen wurde eine Bürgerwehr ins Leben gerufen um der tollwütigen Bestie den Garaus zu machen. Man befand sich jedoch noch in Unkenntnis darüber, daß es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen, wenn auch gefährlichen, Wolf handelte, sondern um einen Werwolf. Den Männern wurde befohlen die Dörfer und Felder zu bewachen und nach dem Tier Ausschau zu halten. Mit Hunden durchstreifte man Felder und Wälder um es aufzuspüren, zu jagen und zur Strecke zu bringen. Die verschlagene Bestie ließ sich jedoch nicht fangen und mordete weiter.“

 

Den Waldweg entlang des Kasterer Sees folgen. Hier stößt man wieder auf die Kasterer Mühlenerft, an der Epprather Brücke rechts, Richtung Sportpark Epprath, dann gleich wieder links den Wanderweg entlang der Mühlenerft folgen.

 

 

4. Epprather Brücke über die Erft: „Die Verhaftung des Werwolfs“

Die Verhaftung des Werwolfs, Wanderweg, Bedburg, Schild 4

Standort: Epprather Brücke

 

„Über ein Vierteljahrhundert trieb der Werwolf von Epprath seine finsteren Taten, mordete Frauen und Kinder und aß deren Fleisch. Eines Tages, im Herbst 1589, wurde Peter Stubbe in seiner Wolfsgestalt von den Hunden aufgestöbert und umzingelt. Ein Bauer hackte ihm die rechte Vorderpfote ab, dennoch konnte die Bestie fliehen. Auf der Flucht verlor Peter Stubbe den Gürtel aus Wolfsfell und verwandelte sich in einen Menschen. Doch fehlte ihm jetzt die rechte Hand. Das sollte ihm bald zum Verhängnis werden. An dieser Verstümmelung fanden die Jäger schnell heraus, daß der Werwolf ein Bauer aus Epprath war, der jahrelang unbehelligt unter ihnen lebte.“

 

Auf den Weg nach Bedburg kommt man unweigerlich an Infotafel 7 vorbei. Diese kann man erstmal links liegen lassen und die Brücke an der Pappelallee überqueren. Hier befindet sich der Knotenpunkt 15 der Rad Region Rheinland als Orientierungshilfe. Etwas weiter steht ein Wegkreuz mit den Symbolen Kreuz, Herz und Anker. Sie stehen für Glaube, Liebe und Hoffnung. Der Allee folgen und an der Augustinerstraße rechts abbiegen. Den Weg bis zur Lambertuskirche folgen. Gegenüber dem Brunnen „Geschichte, Kinder und Wasser“ am Marktplatz findet man die nächste Station:

 

 

5. Rathaus Bedburg: „Peter Stubbe vor Gericht“

Standort: Friedrich- Wilhelm-Straße 43, 50181 Bedburg (Nähe Marktplatz und St. Lambertuskirche.)

 

„Nach seiner Verhaftung wurde Peter Stubbe vors Gericht geführt, damit er verhört werde. Man brachte ihn kurzerhand in die Folterkammer der Stadt auf Schloss Bedburg. Ob Peter Stubbe das Geständnis „freiwillig“ ablegte oder erst nachdem ihm die Foltergeräte vorgestellt wurden, ist aus den Flugblättern nicht klar ersichtlich. Da ihm nichts anderes übrig blieb, offenbarte er all seine Schandtaten, die er in den letzten 25 Jahren begangen hatte. Ebenso bekannte er sich zur Hexerei und wie er vom Teufel den Gürtel bekommen hatte, der ihn in einen Werwolf verwandelte. Er sagte aus, daß er den Gürtel auf der Flucht in einem Hohlweg in der Nähe der Brücke zurückgelassen hatte. Als die Richter das hörten, schickten sie jemanden aus, um den Gürtel zu suchen. Man fand ihn jedoch nicht. Also nahm man an, daß er zum Teufel gegangen sei…“

 

„Tochter und Patentante wurden ebenfalls der Hexerei und Mittäterschaft beschuldigt. Das Todesurteil wurde am 28. Oktober 1589 verkündet, drei Tage später folgte die Hinrichtung.“

 

An der Friedrich-Wilhelm-Straße geht es links bis zum Hotel Bedburger Mühle. Über den Hof der ehemaligen Wassermühle aus dem 13. Jahrhundert führt der Weg über Brücken in den Schlosspark. An der Brücke zum Parkplatz ist eine weitere Informationstafel mit der Gesamtübersicht des Werwolf-Wanderweges. Hier ist der Startpunkt der „Gerichtsrunde“. Das heutige Wasserschloss geht im Wesentlichen auf die Umbauten der Rheinischen Ritterakademie in den Jahren 1842 – 1853 zurück.
Die ursprüngliche Bedburg wurde bereits im 12. Jahrhundert erwähnt und sah etwas anders aus. 

 

Die Burg ist in Privatbesitz. Der Park ist für die Öffentlichkeit zugänglich und es finden dort regelmäßig Kulturveranstaltungen statt.

 

6. Schloss Bedburg: „Gefoltert und zum Tode verurteilt“

Gefoltert und zum Tode verurteilt, Werwolf Wanderweg, Schloss Bedburg, Hinrichtung

Standort: Graf-Salm-Straße 34 und Schlosspark Nähe Parkplatz.

 

„Bis zu seiner Hinrichtung am 31. Oktober 1589 verbrachte der Werwolf von Epprath im Gefängnis. Da über das Verfahren gegen Peter Stubbe keine Verhörprotokolle erhalten sind, ist über den Gerichtsablauf wenig bekannt. Zusammen mit Katharina Trumpen und seiner Tochter Beel wurde er der Hexerei und der Werwölferei angeklagt und zum dreifachen Tode verurteilt.“

 

Nach einer Runde durch den Schlosspark und um Schlossteich geht es durch das Burgtor an der Graf-Salm-Straße links, zurück zur Erfthalbinsel Broich. Nach Überquerung der Christopherus Brücke biegt man scharf rechts in die Erftstraße. Diese führt entlang der Erft zum damaligen Hinrichtungsort. Unterwegs kommt man am Freibad Bedburg vorbei.

7. Erfthalbinsel Broich: „Das Ende des Werwolfs von Epprath“

Standort: Radweg an der Flussmündung Kasterer Mühlenerft, nähe Kläranlage.

 

„Dort wo die Kasterer Mühlenerft in die Erft fließt befand sich der Schandanger von Bedburg. Er lag vor den Mauern der Stadt. Im Jahre 1589 versammelten sich hier über viertausend Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, vom einfachen Bauern bis hinauf zum Adel, um der Hinrichtung des Werwolfs von Epprath beizuwohnen. Die Schaulustigen kamen nicht nur aus der näheren Umgebung Bedburgs. Selbst aus dem 35 km entfernten Köln kamen die Leute angereist um sich das Spektakel anzusehen.

Vor den Augen der Menschenmassen wurde das Urteil volstreckt. Peter Stubbe wurde zunächst auf ein Rad gebunden und gefoltert, schließlich mit einem Schwert geköpft und zusammen mit den beiden Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Nach der Hinrichtung wurde auf Befehl des Bedburger Stadtrates auf dem Schandanger ein Mahnmal errichtet.“

 

„Flugblätter über die Geschichte und die Hinrichtung des Werwolfs von Epprath gelangten bis nach Süddeutschland, die Niederlande, England und Dänemark. Ob Peter Stump all die ihm vorgeworfenen Morde und Untaten wirklich begangen hatte, konnte nie bewiesen werden. Wozu Aberglaube, Gewalt, Verleumdung und Verfolgung führen können, die Geschichte vom „Werwolf von Epprath“ legt hier Zeugnis ab. Der Name Stubbe wurde am Niederrhein zum Synonym für einen Werwolf.“

 

Von der letzten Station führt der Weg entlang der Karster Mühlenerft zurück nach Alt-Kaster. Durch das Erfttor geht es über den Bieräquator, so nennt man scherzhaft die Alt-Kasterer Hauptstraße, da dort über Jahrhunderte die Trennlinie zwischen Alt- und Kölschausschank lag, zum Ausgangspunkt.

 

Hinweisschilder

Markierung Werwolf Wanderweg, Alt Kaster, Bedburg

An allen Stationen sind Hinweistafeln aufgestellt, die von dem Leben des Mannes berichten. Für die historische Genauigkeit bürgt der "Verein für Geschichte und Heimatkunde" in Bedburg. Die Mitglieder haben Leben und Tod von Peter Stubbe studiert und auf dieser Grundlage den Werwolf-Wanderweg erarbeitet.

Fackelwanderung zu Halloween

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Zu Halloween gibt es eine Fackelwanderung die beim Agatha-Tor in Alt-Kaster startet.

Die Teilnehmer tragen Pechfackeln und einige sind sogar als Werwölfe verkleidet.
Gemeinsam geht es dann zum Kasterer See, wo an einem Lagerfeuer Lesungen stattfinden.
Unterwegs informieren die Veranstalter über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum historischen Geschehen. Die Wanderung wird von der FDP organisiert. 

 

Fackelwanderung
Datum: 31.10,

Uhrzeit: von 18:00 Uhr bis 22.00 Uhr,
Treffpunkt: Agatha-Tor, Alt-Kaster

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Anmeldungen werden vorab per Email erbeten: werwolf@fdp-Bedburg.de

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Nur die Fackeln sind zu bezahlen (3 Euro). 
Die Wanderung und die Lesung ist für Jugendliche ab 14 Jahre geeignet.

Video: Die zwei Wölfe

Als Ergänzung das Video über die zwei Wölfe in uns.

 

Quellenangaben (externe Links)

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