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Reizüberflutung

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Reizüberflutung: Wenn zu viel gleichzeitig ankommt

Es gibt einen Zustand, den viele Menschen kennen, aber selten benennen. Der Tag war nicht besonders anstrengend. Nichts Dramatisches ist passiert. Und trotzdem ist am Abend etwas aufgebraucht, das sich mit Schlaf allein nicht wieder auffüllt.

Das ist kein Erschöpfungszustand im klassischen Sinn. Erschöpfung entsteht durch Verausgabung. Reizüberflutung entsteht durch Verarbeitung. Der Unterschied ist wesentlich, weil er bestimmt, was tatsächlich hilft.

Erschöpft oder überreizt

Wer erschöpft ist, hat etwas geleistet. Der Körper fordert Regeneration, und Ruhe wirkt. Wer überreizt ist, hat nichts geleistet, sondern aufgenommen. Der Organismus hat über Stunden Informationen sortiert, eingeordnet, bewertet. Diese Arbeit ist unsichtbar, aber sie kostet.

Der praktische Unterschied zeigt sich abends. Erschöpfte Menschen schlafen ein. Überreizte Menschen liegen wach, obwohl sie müde sind. Das Nervensystem ist noch im Verarbeitungsmodus und findet den Ausgang nicht.

Was im Körper geschieht

Wahrnehmung ist ein Filterprozess. In jeder Sekunde treffen weit mehr Informationen ein, als bewusst verarbeitet werden können. Das Nervensystem entscheidet ständig, was relevant ist und was ignoriert werden kann. Diese Filterleistung läuft automatisch, aber sie ist nicht kostenlos.

Wenn zu viel gleichzeitig ankommt, kommt der Filter an seine Grenze. Der Körper schaltet in einen Zustand erhöhter Wachsamkeit. Die Muskulatur spannt sich an, die Atmung wird flacher, die Aufmerksamkeit springt. Das ist keine Fehlfunktion, sondern eine sinnvolle Reaktion auf eine Situation, die als unübersichtlich bewertet wird.

Das Problem entsteht, wenn dieser Zustand zum Dauerzustand wird. Dann fehlt dem System die Phase, in der es zurückreguliert.

Warum Rückzug allein nicht reicht

Die naheliegende Lösung ist Reduktion. Weniger Termine, weniger Menschen, weniger Geräusche. Das hilft, aber es hilft begrenzt.

Denn ein Teil der Reize kommt nicht von außen. Gedankenkreise, ungelöste Konflikte, offene Entscheidungen, alte emotionale Muster: all das erzeugt innere Reize, die genauso verarbeitet werden müssen wie Lärm oder Licht. Wer sich in ein stilles Zimmer zurückzieht und feststellt, dass es innerlich lauter wird, erlebt genau das.

Rückzug schafft Raum. Er löst nicht, was in diesem Raum sichtbar wird.

Der Dauerreiz, den fast niemand ausschaltet

Das Smartphone ist kein gewöhnlicher Reiz. Es ist ein Reiz, der jederzeit eintreffen könnte. Diese Möglichkeit allein hält das Nervensystem in Bereitschaft, auch wenn nichts eintrifft.

Ständige Erreichbarkeit bedeutet, dass eine Unterbrechung permanent möglich ist. Der Organismus kann nicht vollständig herunterfahren, weil er auf etwas wartet. Das erklärt, warum viele Menschen nach einem Tag ohne besondere Ereignisse trotzdem wie überreizt wirken.

Warum überreizte Menschen oft gereizt wirken

Wenn die Verarbeitungskapazität erreicht ist, verliert der Umgang mit anderen seine Nachsicht. Eine harmlose Frage wird zur Zumutung. Eine Berührung wird zu viel. Ein Ton in der Stimme wird als Angriff gehört.

Von außen sieht das nach Charakter aus. Tatsächlich ist es ein Kapazitätsproblem. Die Freundlichkeit ist nicht verschwunden, sie ist nur nicht mehr abrufbar, weil die Ressourcen woanders gebunden sind.

Diese Unterscheidung entlastet, und zwar in beide Richtungen. Für denjenigen, der sich für einen schlechteren Menschen hält, als er ist. Und für die Menschen um ihn herum, die die Gereiztheit auf sich beziehen.

Warum Wochenenden anstrengend sein können

Ein Arbeitstag hat Struktur. Die Reize sind bekannt, wiederkehrend, in gewissem Maß vorhersehbar. Vorhersehbarkeit senkt den Verarbeitungsaufwand erheblich.

Freie Tage sind oft das Gegenteil. Neue Orte, wechselnde Gesellschaft, offene Zeiträume, Entscheidungen über Entscheidungen. Hinzu kommt die Erwartung, dass Erholung stattzufinden hat. Wer am Montag erschöpfter ist als am Freitag, hat nichts falsch gemacht. Das Wochenende war schlicht reizintensiver als die Arbeitswoche.

Reizüberflutung und Entscheidungsmüdigkeit

Jede Entscheidung verbraucht dieselbe Ressource, die auch die Reizverarbeitung braucht. Deshalb hängen beide zusammen. Wer überreizt ist, entscheidet schlechter. Wer viel entscheiden muss, ist schneller überreizt.

Das zeigt sich an banalen Dingen. Die Frage, was gekocht werden soll, wird abends unverhältnismäßig schwer. Nicht weil die Frage schwer ist, sondern weil nichts mehr übrig ist, um sie zu beantworten.

Mehr wahrnehmen heißt mehr verarbeiten

Manche Menschen nehmen mehr wahr als andere. Stimmungen im Raum, Unstimmigkeiten zwischen Worten und Körpersprache, feine Veränderungen in der Atmosphäre. Das ist eine Fähigkeit, und sie hat einen Preis.

Wer mehr aufnimmt, muss mehr sortieren. Wer feiner unterscheidet, hat mehr zu unterscheiden. Reizüberflutung ist bei diesen Menschen kein Zeichen mangelnder Belastbarkeit, sondern die logische Folge einer hohen Auflösung der Wahrnehmung.

Der Umgang damit besteht nicht darin, weniger wahrzunehmen. Er besteht darin, die Verarbeitung zu unterstützen.

Reizschutz, ohne sich abzuschotten

Der häufigste Fehler im Umgang mit Reizüberflutung ist der Versuch, sich unempfindlich zu machen. Das funktioniert vorübergehend und kostet langfristig genau das, was die Wahrnehmungsfähigkeit wertvoll macht.

Was tatsächlich trägt, ist etwas anderes. Verarbeitungsräume statt Verschließung. Zeiten, in denen nichts Neues hinzukommt und das Aufgenommene sich setzen kann. Wiederkehrende Abläufe, die keine Entscheidung verlangen. Und eine Unterscheidung, die man lernen kann: Was gehört mir, und was habe ich nur mitbekommen.

Diese letzte Unterscheidung ist bei durchlässigen Menschen der entscheidende Punkt. Vieles, was als eigene Anspannung erlebt wird, ist aufgenommene Anspannung aus dem Umfeld.

Was geistige Heilung hier verändert

In der Arbeit mit Reizüberflutung geht es nicht darum, die Wahrnehmung zu dämpfen. Es geht darum, das System zu entlasten, das seit langem im Verarbeitungsmodus steht.

In einer Sitzung kommt der Organismus in einen Zustand, in dem nichts sortiert werden muss. Keine Anforderung, keine Erwartung, keine Reaktion. Viele Menschen erleben das als ungewohnt still, manchmal zunächst als unangenehm, weil dieser Zustand selten geworden ist.

Was sich danach verändert, ist meist nicht die Umgebung, sondern der Abstand zu ihr. Dieselben Reize kommen an, aber sie greifen weniger tief. Der Punkt, an dem es zu viel wird, verschiebt sich.

Wichtig ist, was danach kommt. In den Tagen nach einer Sitzung brauchen viele Menschen mehr Ruhe als sonst, nicht weniger. Das ist kein Rückschritt. Das System nutzt den Raum, der entstanden ist, um nachzuarbeiten, was liegengeblieben war.

Ein anderer Blick

Reizüberflutung ist kein Defizit, das behoben werden muss. Sie ist die Folge einer Wahrnehmung, die viel aufnimmt, in einer Umgebung, die viel sendet.

Die Frage ist nicht, wie man weniger spürt. Die Frage ist, wie das, was gespürt wird, verarbeitet werden kann, ohne sich anzustauen.

Die Frage ist, wie das, was gespürt wird, verarbeitet werden kann, ohne sich anzustauen.

Die Geistheilungstage in Köln  und Frankfurt  bieten dafür einen Rahme n. Ein Tag, an dem nichts entschieden und nichts geleistet werden muss.


Über den Blogautor und Geistheiler

Geistheiler Jesus Lopez leuchtet sitzend im Park

Der Geistheiler Jesus Lopez folgt seiner Berufung als Geistheiler seit über 20 Jahren. Seine Methoden zielen darauf ab, Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte durch Energiearbeit zu aktivieren, in Kombination mit verschiedenen Techniken und einem psychologischen Grundgerüst.

 

In seinem Blog mit 353 Blogartikeln, informiert er regelmäßig über die Hintergründe der Geistheilung. Hauptberuflich arbeitet er in seiner Praxis in Bergheim und bietet dort Einzelsitzungen an. Die Geistheilungstage finden regelmäßig in Köln statt. 

 

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