In meiner Praxis für Geistheilung treffe ich regelmäßig Menschen, die irgendwann aufgehört haben, in ihrer vollen Kraft zu leuchten. Sie verlieren dadurch viel ihrer eigenen Energie. Das innere Leuchten habe ich auf Facebook bereits mehrfach thematisiert. Heute beleuchte ich es in meinem Blog aus einer neuen Perspektive: aus der Partnerschaftsebene.
Wenn die Anziehung zur Verdunkelung wird
Am Anfang einer Beziehung, wird man vom Leuchten und der Ausstrahlung eines Menschen angelockt. Die Person strahlt, weil sie innerlich lebt. Sie hat Präsenz, Leichtigkeit, eine Art, die Welt zu sehen, die ansteckend wirkt.
Die andere Person wird von diesem Licht angezogen. Wenn es zu einer Beziehung kommt, fühlt sie sich vielleicht nicht nur geliebt, sondern gewählt. Aus all den Menschen in der Welt hat sie sich für ihn entschieden. Anfangs ist es wunderschön.
Aber mit der Zeit, kann etwas Stilles und Tückisches geschehen: Je heller das Licht im Gegensatz zu einem strahlt, desto spürbarer werden die eigenen Begrenzungen. Das ist nicht angenehm. Das tut weh.
Man dachte vielleicht, das Licht besitzen zu können. Das Licht des anderen in sich zu integrieren. Doch da es nicht möglich ist, wird versucht, das Licht und die Lebensfreude des anderen zu dominieren. Und ganz unbewusst, beginnt man sich anzupassen, das Licht zu dimmen.
Die unbewusste Dynamik
Es ist keine Böswilligkeit und menschlich. Wenn man neben jemandem lebt, dessen inneres Licht sichtbar ist, entsteht ein stilles Unbehagen: Warum strahle ich nicht so? Was stimmt mit mir nicht? Bin ich nicht genug? Statt sich diese Fragen selbst zu stellen und anzufangen, an sich selbst zu arbeiten, ist es einfacher, das Licht des anderen kleiner zu machen. Denn wenn das externe Licht gedimmt ist, braucht man sich nicht mit der eigenen Dunkelheit auseinanderzusetzen. Das geschieht durch kleine, subtile Handlungen:
- Kritik an den Dingen, die den anderen lebendig machen (die Interessen, die Leidenschaft, die Aktivitäten)
- Das ständige Aufzeigen von Fehlern und Mängeln (um zu beweisen, dass das Licht nicht wirklich echt ist)
- Sarkasmus oder Herabwürdigung von Moments der Freude
- Die stille Botschaft: Mach dich klein. Sei nicht zu viel. Das macht mir Angst.
Weil Liebe auch bedeutet, sich anzupassen. Weil man hoffen möchte, dass, wenn man nur etwas kleiner wird, der andere sich weniger bedroht fühlt. Dass die Beziehung wieder harmonisch wird. Aber Licht lässt sich nicht wirklich ausmachen, es kann nur unterdrückt werden.
Was passiert, wenn das Licht unterdrückt wird?
Eine strahlende Person, die anfängt, ihr Licht zu verdunkeln, ist wie eine Glühbirne, die mit Stoff bedeckt wird. Das Licht hört nicht auf, zu existieren, aber es wird stickig. Der Mensch beginnt, keine Luft zu bekommen. Das führt zu:
- Depressiver Verstimmung. Nicht aus chemischen Gründen, sondern aus einem spirituellen Grund: Man lebt nicht mehr authentisch.
- Kreativer Lähmung. Die Dinge, die einmal Freude brachten, werden zu Kompromissen.
- Verlust des Selbstvertrauens. Ständige Kritik zersetzt das innere Gerüst.
Die andere Person merkt vielleicht nicht, was sie tut. Unbewusst wird Folgendes wahrgenommen:
Jetzt bin ich glücklicher. Es ist weniger anstrengend. Wir sind auf gleicher Augenhöhe.
Das fühlt sich zu Anfang besser an. Aber es ist ein Trugschluss. Es ist nicht Harmonie. Es ist gegenseitige Verdunkelung.
Wem dienst du, wenn du dich selbst verkleinerst?
Dein inneres Licht ist keine Arroganz. Es ist nicht »zu viel«. Es ist nicht etwas, das man für die Bequemlichkeit anderer dimmen sollte. Inneres Licht ist:
- Die Fähigkeit, Freude zu empfinden und auszudrücken
- Die Kraft, auch nach Schwierigkeiten wieder aufzustehen
- Die Gegenwart, bei sich selbst zu sein
- Die Authentizität, das zu leben, was dich lebendig macht
Wenn dein Licht jemanden bedroht, dann bedroht deine Authentizität seine Illusion über sich selbst.
Meine Klienten sind weniger diejenigen, die sich dessen bewusst werden, und an sich arbeiten wollen. Zu mir kommen die Menschen, die ihr Licht für die Bequemlichkeit anderer verdunkelt haben. Sie verlieren sich selbst. Und die Beziehung leidet, und beide Seiten haben etwas verloren.
Wer in deinem Leben feiert dein Leuchten?
Es gibt einen anderen Weg. Der ist nicht einfacher. Aber er ist echter.
Der leuchtende Mensch kann sein Licht bewahren. Nicht aus Egoismus, sondern aus Selbstachtung. Das bedeutet:
- Die eigenen Aktivitäten, Leidenschaften und Interessen nicht aufzugeben
- Grenzen zu setzen gegen Kritik, die das eigene Licht dimmen soll
- Mit folgendem Mantra mehr innere Klarheit erreichen: »Ich bin nicht zu viel. Ich bin genau richtig.«
- Die Lektion lernen, zu sich zu stehen und sogar noch weiter, den Partner als wertvollen Lehrer zu erkennen, über sich hinauszuwachsen.
Und der andere Partner? Er hat eine Wahl. Er kann:
- Sich selbst anschauen. Was in mir hat Angst? Was halte ich nicht aus?
- Das Leuchten genießen. Zeige deine Liebe und deinen Respekt, für das individuelle Sein deines Lebenspartners.
- Selbst zu leuchten anfangen. Das Licht des anderen ist kein Beweis für die eigene Dunkelheit. Es ist ein Spiegel und eine Möglichkeit, das Beste aus sich herauszuholen.
- Als letzter Ausweg: Gehen. Wenn das Licht des anderen zu hell für ihn ist, ist das auch okay. Manche Menschen sind nicht füreinander geschaffen.
Die fatalste Lösung ist: beide zu dimmen. Denn dann haben beide verloren. Beide haben so viel Potenzial, voneinander zu lernen und über sich hinauszuwachsen.
Am Ende: Es geht um dich selbst.
Dieser Artikel ist für die leuchtenden Menschen geschrieben. Für diejenigen, die spüren, dass ihr Licht unterdrückt wird, dass man ihnen sagt, sie seien »zu viel«, zu enthusiastisch oder zu lebendig. Hier ist, was ich dir sagen will: Lass dir dein Licht nicht nehmen. Nicht, um andere zu verletzen. Nicht aus Egoismus. Sondern weil dein Licht das Einzige ist, das echt ist. Es ist das, was andere Menschen anrührt. Es ist das, wofür du hier bist. Menschen, die dein Licht lieben und unterstützen, werden in deiner Nähe existieren wollen.
Echte Beziehungen, sei es Partnerschaft, Freundschaft oder Familie, wachsen nicht, wenn beide Seiten ihre Authentizität aufgeben. Sie wachsen, wenn beide ihre Wahrheit bewahren.
Über den Blogautor und Geistheiler
Der Geistheiler Jesus Lopez nahm seine Gabe bereits in der Kindheit wahr und folgt seiner Berufung als Geistheiler seit über 20 Jahren. Seine Methoden zielen darauf ab, Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte durch Energiearbeit zu aktivieren. In seinem Blog mit 353 Blogartikeln, informiert er regelmäßig über die Hintergründe der Geistheilung. Eine weltweite Besonderheit ist sein mediales „Storytelling“-Konzept mit einer eigenen monatlichen Comic-Cover-Reihe, mit der er spirituelle Themen anschaulich vermittelt. Hauptberuflich arbeitet er in seiner Praxis in Bergheim und bietet dort Einzelsitzungen an. Die Geistheilungstage finden neuerdings regelmäßig in Köln statt. Mehr über: Jesus Lopez | Rezensionen | Einzelsitzungen | Geistheilungstage









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