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Kundalini-Aktivierung: Wenn die Lebensenergie erwacht

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Kundalini Prozesse, Energiearbeit

Seit fast zwanzig Jahren begleite ich Menschen in erhöhte Bewusstseinszustände.

Und immer wieder erlebe ich denselben Moment:

Ein Mensch liegt entspannt da, die Augen geschlossen, und plötzlich beginnt der Körper sich zu bewegen. Ein Zittern in den Beinen. Eine Welle, die durch den Rücken läuft. Tränen, die ohne erkennbaren Grund fließen.

 

Wer das zum ersten Mal sieht oder selbst erlebt, ist oft überrascht. Wer es kennt, weiß: Hier kommt etwas in Bewegung, das lange gewartet hat.

Eine Energie, viele Namen

Die yogische Tradition nennt diese Lebensenergie Prana, die chinesische Chi. Kundalini bezeichnet eine konzentrierte Form dieser Kraft, die nach traditioneller Vorstellung am unteren Ende der Wirbelsäule ruht und sich unter bestimmten Bedingungen entfaltet. Bei den San im südlichen Afrika heißt dieselbe Kraft n/om. Sie wird im nächtlichen Trance-Tanz geweckt, um zu heilen.

 

Das ist kein Zufall und kein Randphänomen:
Die Anthropologin Erika Bourguignon untersuchte 488 Gesellschaften weltweit und fand in 437 von ihnen, also in 90 Prozent, ritualisierte veränderte Bewusstseinszustände.
Der Anthropologe Benjamin Campbell beschrieb 2022 am Beispiel des San-Tanzes, wie körperliche Aktivierung des Nervensystems genau jenes Gefühl aufsteigender Energie entlang der Wirbelsäule erzeugt, das die Heiler dort seit Jahrhunderten kennen. Verschiedene Kulturen, verschiedene Sprachen, dieselbe menschliche Erfahrung.
(Siehe auch die Quellenangaben ganz unten.)

 

Was die Forschung über die Erfahrung selbst weiß

Die Neurowissenschaftlerin Marjorie Woollacott befragte 2021 mit ihrem Team 342 Menschen zu ihren Kundalini-Erfahrungen. Die Berichte ähneln sich auffallend:

  • Energieströme durch den Körper,
  • Wärme,
  • unwillkürliche Bewegungen,
  • innere Bilder,
  • Gefühle von Weite und Licht.
  • Als bleibende Wirkungen nannten die Befragten mehr Kreativität,
    eine feinere Wahrnehmung und ein tiefes Gefühl von Verbundenheit.

Interessant ist auch der Blick auf den Körper. Der Traumaforscher David Berceli deutet unwillkürliches Zittern als natürliche Selbstregulation des Nervensystems. Der Körper schüttelt buchstäblich ab, was er zu lange gehalten hat. Ich habe dazu bereits 2019 einen Artikel über neurogenes Zittern geschrieben, denn genau dieses Phänomen zeigt sich regelmäßig in meiner Arbeit.

 

Dass strukturierte Praxis mit dieser Energie messbar wirkt, zeigt eine Studie aus JAMA Psychiatry:
Von 226 Menschen mit generalisierter Angststörung verbesserten sich unter Kundalini-Yoga 54 Prozent deutlich, in der Kontrollgruppe mit Stressedukation nur 33 Prozent.

 

Es gibt keine richtige Reaktion

Was ich in all den Jahren gelernt habe: Jede Aktivierung ist so individuell wie der Mensch selbst. Manche erleben starke körperliche Reaktionen, Zuckungen, Hitze, Kälte. Andere weinen, lachen oder liegen in vollkommener Stille. Wieder andere sehen innere Bilder, Farben oder erhalten klare Erkenntnisse über ihr Leben. Nichts davon ist besser oder schlechter. Der Prozess zeigt genau das, wofür ein Mensch innerlich bereit ist.

Entscheidend ist etwas anderes: die Begleitung. Die Woollacotts Studie zeigt, dass sich viele Menschen mit solchen Erfahrungen allein gelassen fühlten, weil ihr Umfeld und selbst Fachleute nichts damit anfangen konnten. Ein sicherer Rahmen, in dem diese Prozesse geschehen dürfen, verstanden und aufgefangen werden, macht den Unterschied zwischen einer verwirrenden Episode und einem echten inneren Wachstumsschritt.

 

Was die Psychologie dazu sagt

Die westliche Psychologie hat dieses Thema früher entdeckt, als viele vermuten.
Bereits 1932 hielt C. G. Jung in Zürich ein mehrteiliges Seminar über die Psychologie des Kundalini-Yoga. Für Jung war die aufsteigende Energie ein Bild für den Individuationsprozess, also für den Weg eines Menschen zu sich selbst. Er nahm die Erfahrung ernst, ohne sie zu mystifizieren. Genau diese Haltung teile ich.

Jahrzehnte später prägten der Psychiater Stanislav Grof und Christina Grof den Begriff der spirituellen Krise. Sie beschrieben, dass intensive innere Erfahrungen, darunter auch Kundalini-Erwachen, keine Krankheit sind, sondern Wachstumsprozesse, die manchmal stürmisch verlaufen. Ihre wichtigste Botschaft: Solche Prozesse benötigen keine Unterdrückung, sondern Verständnis und einen Rahmen, in dem sie sich entfalten dürfen. Wer das weiß, begegnet den eigenen Erfahrungen mit weniger Angst und mehr Vertrauen.

 

Vorbereitung: weniger tun, mehr zulassen

Immer wieder fragen mich Menschen, wie sie sich auf eine Aktivierung vorbereiten können. Meine Antwort überrascht viele: Du musst nichts können und nichts glauben. Es hilft, an dem Tag ausgeruht zu kommen, auf Alkohol zu verzichten und bequeme Kleidung zu tragen. Alles Weitere geschieht von selbst.

 

Die eigentliche Vorbereitung ist eine innere, und wenn die Seele bereit ist. Menschen, die mit einer festen Erwartung kommen, stehen sich manchmal selbst im Weg. Menschen, die bereit sind, das anzunehmen, was sich zeigt, erleben oft tiefe Prozesse, und wer den Ruf der Seele spürt, erlebt die tiefsten Prozesse.

Die Bereitschaft loszulassen bestimmt die Tiefe der Erfahrung, nicht die Anstrengung. Das klingt einfach und ist doch für viele die eigentliche Übung, gerade für Menschen, die im Alltag alles kontrollieren und leisten müssen.

 

Nach der Aktivierung: Integration ist die halbe Arbeit

Was in einer Sitzung geschieht, ist nur der Anfang. Die Tage und Wochen danach entscheiden, was daraus wird. Manche Menschen spüren eine anhaltende Leichtigkeit. Bei anderen arbeiten die Themen weiter, die sich gezeigt haben. Alte Erinnerungen können auftauchen, Träume werden intensiver, das Bedürfnis nach Ruhe wächst. All das ist normal und Teil des Prozesses.

 

Für die Integration empfehle ich drei einfache Dinge.
Erstens: Dem Erlebten Sprache geben, sei es in einem Gespräch, in einem Tagebuch oder im Austausch mit Menschen, die Ähnliches kennen.
Zweitens: Dem Körper Zeit geben, mit Spaziergängen, ausreichend Schlaf und ohne vollen Terminkalender direkt nach der Sitzung.
Drittens: Nichts erzwingen. Erkenntnisse reifen von selbst, wenn man ihnen Raum lässt. Genau dafür schreibe ich auch meinen Blog. Viele Klienten lesen nach einer Sitzung Artikel, die zu ihrem Prozess passen, und finden dort wieder, was sie erlebt haben.

 

Einzelsitzung oder Gruppe?

Beides sind eigenständige Wege, und keiner setzt den anderen voraus. In einer Einzelsitzung steht dein persönlicher Prozess im Mittelpunkt, mit meiner ganzen Aufmerksamkeit für dich allein. Beim Geistheilungstag kommt etwas hinzu, das sich nicht ersetzen lässt: die Gruppe. Wenn mehrere Menschen gleichzeitig in erhöhte Bewusstseinszustände gehen, entsteht ein gemeinsames Energiefeld, das den eigenen Prozess trägt und vertieft. Und im Austausch danach erleben viele zum ersten Mal, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein sind. Gerade für Menschen, die ihre Spiritualität bisher im Stillen gelebt haben, ist das oft der berührendste Moment des Tages.

 

Kundalini-Aktivierung bei meinen Geistheilungstagen

Genau diesen Rahmen biete ich bei meinen Geistheilungstagen an. Durch meine Gabe als tranceauslösender Heiler gelangen die Teilnehmer in erhöhte Bewusstseinszustände, in denen auch die Kundalini aktiviert werden kann, wenn die Teilnehmer bereit dafür sind. Es werden keine energetischen Manipulationen durchgeführt.

In der Gruppe entsteht dabei etwas Besonderes: Die Energie trägt, und die Erfahrungen der anderen geben dem eigenen Prozess Raum und Normalität. Niemand muss etwas leisten. Empfangen und geschehenlassen genügt.

Die Geistheilungstage finden von 10 bis 18 Uhr statt:

  • 25. Juli in Köln
  • 08. und 09. August in Frankfurt am Main 
  • Die nächsten Termine in Köln sind am: 26. September, 10. Oktober, 28. November 2026.

Der Eintritt beträgt 120 € pro Person und Tag in Köln,
und 150 € in Frankfurt am Main.

Wenn du spürst, dass in dir etwas in Bewegung kommen möchte, oder wenn du diese Energie zum ersten Mal bewusst erleben willst, dann bist du herzlich eingeladen.

Quellenangaben

  1. Woollacott, M. H., Kason, Y., & Park, R. D. (2021). Investigation of the phenomenology, physiology and impact of spiritually transformative experiences – kundalini awakening. Explore, 17(6), 525–534.
  2. Bourguignon, E. (1973). Religion, Altered States of Consciousness, and Social Change. Ohio State University Press. (Erhebung an 488 Gesellschaften, 437 mit ritualisierten Bewusstseinszuständen.)
  3. Simon, N. M., Hofmann, S. G., Rosenfield, D., u. a. (2020). Efficacy of Yoga vs Cognitive Behavioral Therapy vs Stress Education for the Treatment of Generalized Anxiety Disorder. JAMA Psychiatry, 78(1), 13–20.
  4. Campbell, B. (2022). San trance dance: embodied experience and neurological mechanisms. Religion, Brain & Behavior, 13(1), 18–34.
  5. Berceli, D. Tension & Trauma Releasing Exercises (TRE): neurogenes Zittern zur Regulation des Nervensystems.

Über den Blogautor und Geistheiler

Geistheiler Jesus Lopez leuchtet sitzend im Park

Der Geistheiler Jesus Lopez folgt seiner Berufung als Geistheiler seit über 20 Jahren. Seine Methoden zielen darauf ab, Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte durch Energiearbeit zu aktivieren. Mit seiner zusätzlichen Tätigkeit als Blogautor, seinem eigenen Comic-Cover-Storytelling, die er kostenlos anbietet, und den Geistheilungstagen bringt er das Thema Geistheilung als spiritueller Kulturarbeiter voran.  

 

Hauptberuflich arbeitet er in seiner Praxis in Bergheim und bietet dort Einzelsitzungen an. Die Geistheilungstage finden demnächst in Köln und Frankfurt am Main statt. 

 

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