· 

Der Wellness-Markt wird neu geprägt

Home » Blog » Forschung » Der Wellness-Markt wird neu geprägt | Lesezeit: 15 Minuten
Der Wellness-Markt in seinen Facetten

McKinsey & Company ist eine international tätige Unternehmensberatung, die primär Unternehmen und Führungskräfte zu Strategie, Transformation, Technologie und Wachstum berät. Neben der Beratung veröffentlicht McKinsey regelmäßig Studien und Analysen zu Branchen, Märkten und wirtschaftlichen Entwicklungen.

 

Der Artikel über den Wellness-Markt 2025 ist Teil der Analyse und fasst Ergebnisse aus dem Future-of-Wellness-Artikel zusammen.

 

Die Abschnitte werden ein- und ausgeklappt, wenn auf das -Zeichen geklickt wird!


Kapitel 1: Warum Wellness kein Randthema mehr ist
Wellness ist längst kein Nischenthema mehr, das nur mit Spa-Besuchen, Yoga-Retreats oder einzelnen Gesundheitsprodukten verbunden wird. Der McKinsey-Artikel beschreibt Wellness im Jahr 2025 als einen globalen Markt mit einem Volumen von rund 2 Billionen US-Dollar, der sich inhaltlich verbreitert und gesellschaftlich an Bedeutung gewinnt. Besonders prägend ist dabei, dass sich das Verständnis von Wellness verändert hat.

Für viele Menschen, vordergründig für jüngere Konsumentinnen und Konsumenten, ist Wellness nicht mehr etwas Gelegentliches, sondern ein Teil des Alltags geworden. McKinsey formuliert diesen Wandel so, dass Wellness für Millennials und Gen Z zunehmend als tägliche, personalisierte Praxis verstanden wird und nicht nur als eine Reihe einzelner Aktivitäten oder Käufe.

Die Grundlage des Artikels ist die vierte „Future of Wellness“-Studie von McKinsey. Dafür wurden mehr als 9.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in China, Deutschland, Großbritannien und den USA befragt. Die Untersuchung konzentriert sich auf sechs Wellness-Dimensionen: Gesundheit, Schlaf, Ernährung, Fitness, Aussehen und Achtsamkeit. Aus Sicht von McKinsey ragen in der Untersuchung zwei große Beobachtungen heraus:
Erstens denken jüngere Konsumentengruppen anders über Wellness als frühere Generationen.
Zweitens taucht Wellness inzwischen in immer mehr Lebens- und Produktbereichen auf.

In den USA allein schätzt McKinsey den jährlichen Wellness-Konsum auf mehr als 500 Milliarden US-Dollar, bei einem jährlichen Wachstum von 4 bis 5 Prozent. Gleichzeitig geben 84 Prozent der US-Konsumenten an, dass Wellness für sie eine Top oder wichtige Priorität sei. In Großbritannien liegt dieser Wert laut Artikel bei 79 Prozent, in China sogar bei 94 Prozent. Diese Zahlen machen deutlich, dass Wellness in der Wahrnehmung vieler Menschen inzwischen zu den grundlegenden Prioritäten des Alltags gehört.
Kapitel 2: Wie Gen Z und Millennials den Wellness-Markt verändern
Der Artikel stellt stark heraus, dass insbesondere Millennials und Gen Z diese Entwicklung beschleunigen. In den USA machen diese beiden Generationen laut McKinsey zwar nur etwas mehr als ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung aus, sie treiben aber mehr als 41 Prozent der jährlichen Wellness-Ausgaben.

Generationen in der Übersicht
Babyboomer (ca. 1946-1965)
Generation X (ca. 1965-1980)
Generation Y (ca. 1980-1996) – hauptsächlich als Millennials bezeichnet
Generation Z (ca. 1996-2011)
Generation Alpha (ca. 2011-2026)

Ältere Konsumentengruppen bleiben wichtig, doch die Dynamik kommt sichtbar von den Jüngeren. McKinsey erklärt das unter anderem damit, dass jüngere Menschen häufiger von Burnout, Stress oder einem schlechteren allgemeinen Gesundheitsgefühl berichten und zugleich stärker mit gesundheitsbezogenen Inhalten in sozialen Medien in Kontakt kommen. Dadurch steigen sowohl ihre Aufmerksamkeit für Wellness-Themen als auch ihre Bereitschaft, entsprechende Produkte oder Dienstleistungen auszuprobieren.

McKinsey stellt dabei die jüngeren Generationen nicht als homogenen Block dar. Zwar setzen sowohl Gen Z als auch Millennials laut Studie Schlaf und Gesundheit auf ihre vorderen Prioritätenplätze, doch danach unterscheiden sich ihre Interessen. Für Gen Z spielt ein besseres Aussehen eine besonders große Rolle, während Millennials Achtsamkeit stärker gewichten. Ferner legen jüngere Konsumentinnen und Konsumenten mehr Wert auf Themen wie sexuelle Gesundheit sowie Haut- und Haarpflege als ältere Generationen. Wellness wird dabei breiter verstanden als klassische Gesundheitsvorsorge. Es geht nicht nur darum, Krankheiten zu vermeiden, sondern auch um Leistungsfähigkeit, Selbstbild, Energie, mentale Stabilität und alltägliches Wohlbefinden.

Viele Wellness-Bedürfnisse werden trotz des starken Marktwachstums noch nicht ausreichend erfüllt werden. Verbraucher berichten weiterhin von Lücken bei Themen wie kognitiver Gesundheit, mentaler Gesundheit, Langlebigkeit sowie – besonders bei jüngeren Menschen – auch bei Herz- und Darmgesundheit. Vor allem Gen Z empfindet diese Versorgungslücken stark. Die Studie nennt dafür mehrere mögliche Gründe: Einerseits erleben viele junge Menschen ein hohes Stressniveau, andererseits könnten bestimmte Angebote und Marketingbotschaften zu stark auf ältere Zielgruppen zugeschnitten sein. So könnten Herzgesundheit oder kognitive Gesundheit zu häufig als Themen des höheren Alters präsentiert werden.

Ein weiterer zentraler Punkt des Artikels ist die Veränderung im Kaufverhalten. Jüngere Konsumenten kaufen häufiger in einer viel breiteren Palette von Kategorien ein, etwa bei Health-Tracking-Geräten, Massage-Tools, IV-Drips sowie Beauty- und Achtsamkeits-Apps. Ältere Generationen konzentrieren sich laut Artikel stärker auf einen kleineren Kreis klassischer Gesundheitsprodukte wie Vitamine, Schmerzmittel oder Augenpflege. Aus McKinsey-Sicht deutet das darauf hin, dass jüngere Zielgruppen experimentierfreudiger, digital offener und empfänglicher für neue Wellness-Formate sind.

Zwar seien manche Produkte an bestimmte Lebensphasen gebunden, doch viele stark nachgefragte Wellness-Kategorien, etwa Health-Tracking, Wellness-Retreats oder Energy-Drinks, hängen nicht an einem bestimmten Alter. Die Studie deutet auf einen kulturellen Wandel hin: Wellness entwickelt sich von einer speziellen Interessenssphäre zu einer allgemeinen Lebensstilorientierung, die sich quer durch Altersgruppen ausbreiten könnte.

Wer Wellness nur als einzelne Produktkategorie versteht, greift nach Darstellung des Artikels zu kurz. McKinsey beschreibt einen Markt, in dem Produkte, Services, digitale Anwendungen und persönliche Erfahrungen immer stärker zusammenwachsen. Der Begriff Wellness steht damit nicht mehr nur für Nahrungsergänzung, Fitnessstudio oder Beauty-Regal, sondern für ein umfassenderes Bedürfnis nach körperlicher, mentaler und alltäglicher Stabilität. Genau das macht den Markt so dynamisch: Er wächst nicht nur in Zahlen, sondern auch in seiner kulturellen Reichweite.
Kapitel 3: Die fünf Wellness-Konsumentensegmente
Nicht nur das Alter entscheidet darüber, wie Menschen Wellness verstehen und konsumieren, sondern auch ihre Einstellungen, ihre Motivation und ihr Verhalten.

Deshalb ordnet McKinsey die heutige Wellness-Kundschaft in fünf Segmente ein:
1. Maximalist Optimizers
2. Confident Enthusiasts
3. Health Traditionalists
4. Health Strugglers
5. Wellness Shirkers

Diese Segmentierung soll Unternehmen helfen, Wellness-Konsumenten nicht nur demografisch, sondern auch nach Haltung und Kaufverhalten besser zu verstehen. Der Bericht betont dabei, dass diese Einteilung auf einer breiteren Betrachtung von Einstellungen zu Gesundheit und Wellness beruht. Die Segmente werden nach dem Maß ihrer Begeisterung für Wellness und ihrer Priorisierung von Wellness im Alltag dargestellt. Damit verschiebt sich der Blick weg von der einfachen Frage, wie alt ein Konsument ist, hin zu der Frage, wie stark Wellness das tägliche Denken, Entscheiden und Kaufen tatsächlich prägt.

1. Maximalist Optimizers
Die erste besonders wichtige Gruppe sind die Maximalist Optimizers. Dabei handelt es sich um digital versierte Konsumenten, die viele Gesundheits- und Wellnessprodukte ausprobieren, intensiv recherchieren und aktiv nach Lösungen suchen, die für sie funktionieren. Dieses Segment macht laut Artikel rund 25 Prozent der Wellness-Konsumenten aus, steht aber für mehr als 40 Prozent der Marktausgaben. Diese Gruppe ist damit besonders einflussreich, weil sie überdurchschnittlich viel ausgibt und den Markt stark mit antreibt.

Charakteristisch für die Maximalist Optimizers ist laut McKinsey ihr Wunsch nach wissenschaftlich fundierten Lösungen. Sie suchen Angebote, die aus ihrer Sicht glaubwürdig und wirksam sind, und orientieren sich dabei auch an ärztlichem Rat. Zugleich sind sie jedoch stärker als andere Gruppen durch soziale Medien beeinflussbar. Sie sind außerdem Konsumenten, die zweimal so häufig wie die Gesamtbevölkerung natürliche und alternative Produkte sowie moderne digitale Technologien und Health-Tracking-Geräte nutzen. Vorausgesetzt, sie vertrauen darauf, dass diese Produkte tatsächlich einen Nutzen haben. Beim Kauf priorisieren sie Qualität vor Preis und suchen aktiv nach Angeboten, die ihre Bedürfnisse gezielt erfüllen.

2. Confident Enthusiasts
Die Confident Enthusiasts ist mit 11 Prozent der Wellness-Konsumenten die kleinste, tragen aber 15 Prozent der Marktausgaben. Auch sie priorisiert Wellness stark, unterscheidet sich von den Maximalist Optimizers jedoch durch eine größere Selbstsicherheit und Stabilität im Verhalten. Sie sind besonders fitnessorientiert. Sie kaufen überdurchschnittlich häufig Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Fitness-Apps, Heimfitnessgeräte und Sporternährungsprodukte.

Obwohl auch Confident Enthusiasts vor dem Kauf gründlich recherchieren, bleiben sie laut Artikel eher bei Lösungen, die sich für sie einmal bewährt haben. Dadurch werden sie für Marken, die in ihre Routinen aufgenommen werden, zu einer besonders wertvollen Zielgruppe mit hohem langfristigem Potenzial.

McKinsey leitet daraus ab, dass Unternehmen für beide Gruppen die wissenschaftliche Grundlage ihrer Angebote verständlich kommunizieren sollten. Als besonders relevante Kanäle nennt der Artikel Videoformate, digitale Kundenbewertungen und Social-Media-Werbung.

3. Health Traditionalists
Die eher ältere Konsumenten, denen Gesundheit und Wellness wichtig sind, die aber vor allem Einfachheit, Praktikabilität und Verlässlichkeit schätzen. Diese Gruppe macht laut Artikel 20 Prozent der Wellness-Konsumenten und 13 Prozent der Marktausgaben aus.

Ihr Fokus liegt auf gesunder Ernährung, Vitaminen und Nahrungsergänzung sowie einer regelmäßigen Bewegungsroutine. Im Unterschied zu den stärker explorativen Gruppen sind sie jedoch deutlich weniger offen für Experimente oder neue Technologien. Als Beispiele für Angebote, denen sie eher zurückhaltend gegenüberstehen, werden verschreibungspflichtige Mittel zum Gewichtsmanagement, Telehealth-Dienste oder KI-gestützte Produkte genannt. Diese Konsumenten kaufen kein Wellnessprodukt, nur weil es neu oder modern wirkt. Stattdessen achten sie sehr genau auf Nährwerte und Inhaltsstoffangaben. Für Unternehmen bedeutet das laut Artikel, dass sie bei dieser Zielgruppe vordergründig mit den Grundlagen überzeugen müssen, etwa durch klare Positionierung, nachvollziehbare Nutzenversprechen sowie die Betonung hochwertiger und sauberer Inhaltsstoffe.

4. Health Strugglers
Zusammen mit der letzten Gruppe zählen sie zu den Segmenten, die Wellness insgesamt eine geringere Priorität einräumen. Sie machen 24 Prozent der Konsumenten und 22 Prozent der Marktausgaben aus. Obwohl sie etwas mehr für Wellness ausgeben als die Health Traditionalists, werden sie als Menschen beschrieben, die sich häufig gestresst im Hinblick auf ihre Gesundheit fühlen und vor allem bei Themen wie Gewichtsreduktion oder Gewichtserhalt mit Motivation kämpfen.

Es sind Konsumenten, die zwar Gesundheits- und Wellnessziele haben, diese aber oft schwer umsetzen können. Der entscheidende Punkt ist also nicht fehlendes Interesse, sondern die Schwierigkeit, dranzubleiben. Empfohlen werden Lösungen, die Gesundheitsmanagement einfacher und weniger einschüchternd machen. Genannt werden unter anderem kleinteiliger aufgebaute Serviceangebote sowie Anreize, die Motivation und Verbindlichkeit stärken.

Als Beispiel Gamification: Gamification ist der Einsatz spieltypischer Elemente in spielfremden Kontexten, um Motivation und Verhaltensänderungen zu fördern. Typische Mechanismen wie Ranglisten, Abzeichen (Badges), Punkte, Fortschrittsbalken und Quests machen Aufgaben attraktiver.

5. Wellness Shirkers
Die Wellness-Shirkers machen laut Artikel 20 Prozent der Konsumenten aus, stehen jedoch nur für 10 Prozent der Marktausgaben und damit für den kleinsten Ausgabenanteil aller Gruppen. Es sind Menschen, die wenig Interesse daran haben, ihre Gesundheit aktiv zu beobachten oder zu optimieren. Sie kaufen im Wesentlichen nur das Nötigste und sind stark preissensibel. Wellness spielt in ihrem Alltag und in ihren Kaufentscheidungen somit eine deutlich geringere Rolle als in den anderen Segmenten.

Die Segmentierung zeigt vorrangig eines: Der Wellness-Markt besteht nicht aus einer einheitlichen Kundengruppe, sondern aus sehr unterschiedlichen Typen mit jeweils eigenen Prioritäten, Hürden und Kaufmotiven. Die fünf Segmente machen sichtbar, dass Nachfrage im Wellness-Bereich nicht nur von Kaufkraft abhängt, sondern auch davon, wie Menschen Gesundheit deuten, wie viel Energie sie in Selbstoptimierung investieren und wie offen sie gegenüber neuen Angeboten sind.
Kapitel 4: Die sechs Wachstumsfelder
Die früheren Entwicklungen, etwa das wachsende Interesse an Frauengesundheit, Gesundheit zu Hause und Biomonitoring, sind weiterhin von Interesse, aber vor allem folgende sechs Wachstumsfelder sind von wachsendem Investoreninteresse: funktionelle Ernährung, Schönheit, gesundes Altern, persönliche Wellness-Erlebnisse und Wellness-Reisen, Gewichtsmanagement sowie mentale Gesundheit und Achtsamkeit.

Das erste Wachstumsfeld ist funktionelle Ernährung, also Lebensmittel und Getränke, denen ein konkreter gesundheitlicher Nutzen zugeschrieben wird. Dieser Bereich ist expandierend. In den USA, Großbritannien und Deutschland geben laut Artikel etwa die Hälfte der Konsumenten und zwei Drittel von Gen Z und Millennials an, im vergangenen Jahr entsprechende Produkte gekauft zu haben; in China sei dieser Anteil sogar noch höher. Besonders gefragt sind Produkte mit versprochenen Vorteilen für Energie, Darmgesundheit, Immunität sowie Muskel-, Knochen- und Gelenkunterstützung.

Der Trend hängt mit einer stärkeren Vorstellung von Nahrung als präventiver Medizin zusammen. Konsumenten achten nicht mehr nur darauf, was Lebensmittel nicht enthalten, sondern zunehmend auch darauf, welche als wertvoll betrachteten Bestandteile sie enthalten, etwa Protein, Nootropika oder Kurkuma. Functional Nutrition umfasst in diesem Verständnis sowohl klassische Kategorien wie Obst, Gemüse, fermentierte Lebensmittel und Proteinpulver als auch neuere Bereiche wie Super Greens, Pilze, Adaptogene sowie Prä- und Probiotika-Getränke.

Die künftigen Gewinner in diesem Feld werden wohl nicht bloß „gesündere Alternativen“ bekannter Produkte sein, sondern Angebote an der Schnittstelle zwischen Nahrung und Supplement. Geschmack und Textur gelten dabei als Grundvoraussetzung.

Das zweite Feld ist Schönheit. Hier gibt es eine fortschreitende Verwischung der Grenzen zwischen Schönheit und Wellness. Immer mehr Beauty-Produkte enthalten Wirkstoffe, denen gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben werden, etwa Arnika zur Entzündungsreduktion oder CBD zur Förderung von Ruhe. Zugleich wächst das Interesse an einnehmbarer Schönheit, also Nahrungsergänzungen, die Schönheit »von innen« unterstützen sollen, etwa Kollagenprodukte.

Gen Z misst dem Thema Aussehen eine höhere Bedeutung bei als andere Generationen, und besseres Aussehen rückte bei US-Gen-Z-Konsumenten von Platz sechs im Jahr 2023 auf Platz drei im Jahr 2024 vor. Laut McKinsey kaufen jüngere Menschen auch häufiger Beauty-bezogene Produkte als ältere, wobei soziale Medien diese Entwicklung mit antreiben.

Hinzu kommt ein Anstieg bei kosmetischen Eingriffen: In den USA gaben 46 Prozent der Konsumenten und 53 Prozent der Gen Z an, 2024 mehr für kosmetische Prozeduren ausgegeben zu haben als 2023. Gen Z erwartet laut Artikel zudem, diese Ausgaben im Folgejahr weiter zu steigern. McKinsey beschreibt in diesem Zusammenhang, dass jüngere Konsumenten vermehrt Anti-Aging-Behandlungen nachfragen, die sie als präventiv verstehen, und dies in einem früheren Alter als frühere Generationen. Für Marken werden hier auch Chancen durch Partnerschaften, etwa durch Co-Marketing, gemeinsame Vertriebskanäle oder personalisierte Empfehlungen mithilfe generativer KI.

Das dritte Wachstumsfeld ist gesundes Altern beziehungsweise Longevity. Laut Artikel stufen bis zu 60 Prozent der Konsumenten gesundes Altern als »Top-« oder »sehr wichtige« Priorität ein. Gemeint ist damit nicht nur ein langes Leben, sondern ein ganzes Bündel von Zielen: kognitive Leistungsfähigkeit, Erhalt von Unabhängigkeit, Vorbeugung chronischer Krankheiten und stabile Energie im Alltag. Als Beispiele werden Hautpflegeprodukte für langfristige Hautgesundheit und Faltenprävention, Supplements mit dem Anspruch, zelluläre Alterung zu verlangsamen, epigenetische Alterstests sowie virtuelle Physiotherapie genannt.

Longevity ist nicht als exklusives Thema älterer Menschen beschrieben. Der Artikel verweist auf einen kulturellen Wandel, in dem auch jüngere Generationen gesundes Altern zunehmend proaktiv statt reaktiv angehen. Gleichzeitig betont McKinsey, dass Anbieter die kurzfristigen Vorteile ihrer Produkte sichtbar machen sollten, nicht nur die langfristigen. Ein Produkt, das etwa eine Verbesserung mitochondrialer Funktionen verspricht, könne zusätzlich mit sofort spürbaren Effekten wie mehr Energie oder weniger Müdigkeit kommuniziert werden. Bei älteren Konsumenten wiederum sollte Marketing nicht bloß darauf abzielen, sie sich „jünger fühlen“ zu lassen, sondern konkrete Bedürfnisse adressieren.

Das vierte Wachstumsfeld umfasst persönliche Wellness-Erlebnisse und Wellness-Reisen. McKinsey beschreibt eine anhaltend steigende Nachfrage nach Angeboten wie Boutique-Fitness, Wellness-Retreats und intravenösen Behandlungen.

In allen untersuchten Märkten gaben Konsumenten an, in diesem Jahr mehr persönliche Wellness-Services gekauft zu haben als im Vorjahr. Besonders hervorgehoben werden Boutique-Fitness-Kurse und Wellness-Retreats, für die McKinsey eine Nettokaufabsicht von 30 Prozent berichtet, was auf zusätzliche Ausgaben in diesen Bereichen hindeutet. In den USA sagten 56 Prozent der Käufer von In-Person-Services, dass sie für Wellness-Retreats mindestens zwei Stunden reisen, und 45 Prozent reisen ebenso lange für thermale Anwendungen oder Yogakurse.

Fast 60 Prozent der Konsumenten, die 2024 für Gesundheits- und Wellness-Behandlungen reisen, erwarten, dies auch im kommenden Jahr zu tun. Der Zusammenhang erklärt sich damit, dass Konsumenten nach Möglichkeiten suchen, sich zurückzusetzen, digital zu entgiften und ihr mentales, körperliches und spirituelles Wohlbefinden zu stärken. Gleichzeitig wünschen sie sich Fähigkeiten, die über den Aufenthalt hinaus nützlich bleiben, etwa Meditation, Ernährungsroutinen oder Fitnesspraktiken. Deshalb sieht der Artikel Chancen für maßgeschneiderte Angebote wie Wellness-Coaches vor und nach der Reise, digital unterstützte Interventionen wie Sleep-Tracking oder edukative Formate, etwa Retreats mit Wissensvermittlung rund um spezifische Gesundheitsthemen.

Das fünfte Feld ist Gewichtsmanagement. McKinsey beschreibt Gewichtskontrolle weiterhin als ein zentrales Thema für Konsumenten weltweit. Unter Verweis auf die WHO nennt der Artikel, dass mehr als jede achte Person weltweit mit Adipositas lebt. Besonders jüngere Konsumenten berichten laut McKinsey über Schwierigkeiten im Umgang mit Gewicht und Trainingsmotivation. In den USA geben 44 Prozent der Gen Z an, es sei schwierig, motiviert zu bleiben, um Sport zu treiben; im Gesamtschnitt der Konsumenten liegt dieser Wert bei 37 Prozent. Zudem sagen mehr als ein Drittel der Gen Z und Millennials in den USA und Großbritannien, dass Gewichtsmanagement für sie sehr schwierig sei, verglichen mit 27 Prozent insgesamt.

Obwohl Bewegung weiterhin die häufigste Maßnahme zum Gewichtsmanagement bleibt, beschreibt der Artikel einen Bedeutungszuwachs anderer Ansätze, darunter ernährungsberatergeführte Programme, Essenspläne und verschreibungspflichtige Medikamente zur Gewichtsreduktion wie GLP-1s: Ozempic, Wegovy, Zepbound und Trulicity.

Rund um diesen Boom entsteht ein erweitertes Wellness-Ökosystem: Menschen, die GLP-1-Präparate nutzen, achten stärker darauf, ihre Nährstoffbedürfnisse trotz reduzierter Kalorienzufuhr zu decken. Deshalb wird ein Wachstumspotenzial bei protein- oder nährstoffangereicherten Lebensmitteln, Produkten für die Darmgesundheit zur Linderung von Verdauungsbeschwerden sowie Trainingsprogrammen zum Aufbau und Erhalt von Muskelmasse gesehen.

Das sechste Wachstumsfeld betrifft mentale Gesundheit und Achtsamkeit. Dieser Bereich wird besonders relevant angesehen, weil junge Menschen in allen untersuchten Märkten von schlechterer psychischer Gesundheit berichten als ältere Generationen, zugleich aber aktiv nach Lösungen suchen. Geistheilung gehört nicht dazu.

Ältere Menschen verbinden psychische Gesundheit eher mit direkt behandlungsbezogenen Angeboten wie Gesprächstherapie. Jüngere Generationen fassen das Thema breiter und beziehen auch Hautpflege, Schlafhygiene, Fitnessroutinen oder soziale Kontakte in ihre mentale Selbstfürsorge ein.

Für Anbieter sind hier Chancen, aber auch Herausforderungen: Digitale Achtsamkeits-Apps haben mentale Gesundheitsangebote zwar zugänglicher gemacht, doch der Wettbewerb ist intensiv und Markteintrittsbarrieren sind niedrig. Hinzu kommt, dass Fitness- oder Ernährungs-Apps mit integrierten Meditations- und Mindfulness-Funktionen direkt mit spezialisierten Mental-Health-Anbietern konkurrieren.

Digitale Mental-Health-Anbieter benötigen eine klare Zielgruppe und ein präzises Nutzenversprechen, statt sich nur allgemein als Lösung für mentale Gesundheit zu positionieren. Größere Partnerschaften können laut Artikel zusätzlich Reichweite und Markenstärke aufbauen.
Kapitel 5: Wenn Schönheit Teil des Wellness-Markts wird
Die Grenzen zwischen Schönheit und Wellness verschwimmen weiter: Schönheit wird zunehmend nicht isoliert betrachtet, sondern in einen breiteren Rahmen persönlicher Gesundheits- und Alltagsroutinen eingebettet.

Ästhetische Behandlungen werden nicht erst dann relevant, wenn Alterungsprozesse bereits deutlich sichtbar sind. Stattdessen suchen jüngere Konsumenten früher nach Lösungen, die sie als vorbeugend einordnen. Dieser Trend ist nicht als Randphänomen, sondern als Teil der breiteren Entwicklung zu sehen, in der Wellness immer stärker mit langfristiger Selbststeuerung, Prävention und routinisierten Optimierungspraktiken verbunden wird.

Für Unternehmen leitet sich daraus vorwiegend die wachsende Bedeutung von Partnerschaften ab. Je stärker sich Beauty und Wellness überschneiden, desto wichtiger werden Kooperationen als Treiber von Relevanz und Wachstum. Genannt werden etwa Co-Marketing-Kombinationen aus sich ergänzenden Produkten, etwa Hautpflege zusammen mit ästhetischen Geräten für zu Hause wie Rotlichtmasken. Ebenso verweist der Artikel auf neue Distributionspartnerschaften, etwa wenn Supplements im Beauty-Handel verkauft werden oder Beauty-Produkte in Fitnessketten und Gesundheitskliniken auftauchen.

Zusätzlich werden Partnerschaften mit Technologieunternehmen genannt. Insbesondere der Einsatz von generativer KI, um personalisierte Empfehlungen zu entwickeln und dadurch das Kundenerlebnis zu verbessern.
Kapitel 6: Drei strategische Lehren aus der Analyse
Wellness ist vom Nischenthema zu einer breiten Lebensstil-Priorität geworden, jüngere Generationen treiben die Entwicklung besonders stark, und Konsumenten suchen zunehmend nach Lösungen, die mehrere Bedürfnisse zugleich abdecken.

Vor diesem Hintergrund werden drei Leitlinien formuliert: Erstens sollten Unternehmen Wellness ganzheitlich statt in isolierten Kategorien denken. Zweitens sollten sie wissenschaftliche Glaubwürdigkeit und vertrauenswürdige Empfehlungen sichtbar machen. Drittens sollten sie Wert aus Sicht der Konsumenten liefern, verstanden als Zusammenspiel aus Qualität, Wirksamkeit, Passung und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Details sind im kompletten Artikel näher beschrieben.

Erkennst du dich in einem dieser Wellness-Typen wieder? Fallen dir bestimmte Entwicklungen oder Zusammenhänge in der Wellness-Szene auf?
War die Studie für dich eher erhellend oder eher beängstigend?


Ich freue mich auf deinen Kommentar und auf deine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema.

Download
Wellness-Markt
Der Artikel als PDF.
Der Wellness-Markt wird neu geprägt, Blo
Adobe Acrobat Dokument 631.2 KB


Weitere Blogartikel

MLM und Spiritualität
Frau hat Angst um die Zukunft
Die sieben Phasen der Heilung
Der Preis der Heilung, The Healer Jesus Lopez Nr. 32
BLOG, Geistheiler Jesus Lopez


Kommentar schreiben

Kommentare: 0