Alle Ausgaben sind hier zu finden: The Healer Jesus Lopez.
Hintergründe und Besonderheiten
sind in der Einführung der Reihe zu finden.
Jede Ausgabe erzählt eine andere Grenzerfahrung und Hintergründe zur Geistheilung.
(Alle Rechte bei Jesus Lopez, Illustrator: Conrad Ruiz, mit KI überarbeitet.)
The Healer Jesus Lopez, Nr. 33:
Der Tresor
Jesus öffnete das Fenster, ließ die Abendluft herein und setzte sich an den Schreibtisch, um die Termine der kommenden Woche durchzusehen. Zwischen den gewohnten Anfragen lag eine E-Mail, die nicht in dieses Postfach zu gehören schien.
Ein großer Fernsehsender war auf ihn aufmerksam geworden. Er hatte am Vortag einen Anruf erhalten und das war nun die E-Mail mit allen Informationen. Eine Talksendung, wie es sie in den Achtzigerjahren gegeben hatte: ein Moderator mit Publikum und Gästen mit ungewöhnlichen Lebenswegen. Man habe von seiner Arbeit als Geistheiler gelesen und würde ihn gerne einladen.
Jesus las die Mail zweimal. Dann lehnte er sich zurück und spürte in sich hinein. Da war ein klares, ruhiges Nein. Es war natürlich Werbung für ihn, aber der Sender und das Format sagten ihm nicht zu.
Jesus hängte sein Gesicht auf seine Hände und schüttelte seinen Kopf: „Warum tut ihr mir das an?“
Und sein Geistführer sprach, wie schon tags zuvor: „Du machst das!“
Es vergingen die Tage, in denen Jesus immer wieder in seinen Meditationen fragte:
„Gebt mir eine Info. Warum? Ich möchte dort nicht hin.“
Die wiederholende Antwort kam nicht als Erklärung, sondern:
„Du machst das schon.“ „Mach einfach.“
„Sie sagen nicht, warum“, sagte er beim Frühstück zu Andrea.
Andrea rührte in ihrem Kaffee. „Sonst sagen sie dir doch, worum es geht.“
„Ja“, sagte Jesus. „Normalerweise sagen sie es. Aber manchmal, aus Gründen, die sie nicht erklären, sagen sie nichts. Manchmal steckt sogar ein größerer Plan dahinter. Ich erkenne ihn aber nicht und es kommt mir so vor, als solle es ruhig schieflaufen. Ein Training für das Ego? Ich weiß nicht, was hier vorgeht.“
Er wusste, was diese Momente von ihm verlangten. Er musste nicht alles verstehen, wie das manchmal auch in den Verstorbenensitzungen vorkam. In Demut den Weg nach vorn gehen und alles ergibt zu einem späteren Zeitpunkt Sinn. Es gab Aufträge, die kamen mit Erklärung, und es gab Aufträge, die kamen wie ein versiegelter Brief: Man trägt ihn aus, ohne zu wissen, was darinsteht. Sich den unergründlichen Wegen Gottes hinzugeben, ohne die Landkarte zu kennen. Es war jedes Mal eine Prüfung: Bist du bereit, den Weg zu gehen, wenn du darum gebeten wirst? Komme, was wolle? Es steckte nie ein Zwang dahinter. Es war eine Entscheidung, die man selbst treffen durfte. Bisher stand nichts auf dem Spiel, bis auf die Scham. Und obwohl er wusste, sie würden versuchen, ihn bei dem Format lächerlich dastehen zu lassen, war ihm bewusst, dass es falsch war, die ihm aufgetragene Aufgabe nicht zu Ende zu führen.
Also versuchte er, das Beste aus der Situation zu machen. Wenn er unterging, könnte er seiner Stieftochter dabei eine Freude bereiten. Seine Stieftochter, wollte nach ihrem Abitur eine Ausbildung zur Make-up-Artistin beginnen, mit jener Begeisterung, mit der junge Menschen Türen aufstoßen, hinter denen sie noch nie gestanden haben. Bei Film- und Fernsehproduktionen arbeiten und Stars kennenlernen.
Andrea und er, waren nicht davon begeistert. Zu viele Influencer beeinflussten die Kinder und Jugendlichen. Aber sie unterstützten sie dabei, festzustellen, ob dieser Beruf auch etwas für sie ist. Mutter und Tochter besuchten gemeinsam Seminare oder eine Schule in Frankfurt am Main, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es war aber noch keine klare Entscheidung gefallen und es gab mehrere offene Fragen. So bekam die Reise eine zweite Ebene, der Stieftochter mehr Klarheit zu schenken.
Vier Tage vor der Aufzeichnung wurde die erste Folge der neuen Sendereihe ausgestrahlt.
Jesus und Andrea sahen sie sich gemeinsam an. Nach zehn Minuten sagte keiner mehr etwas.
Nach zwanzig Minuten griff Andrea nach der Fernbedienung und drehte den Ton leiser, als könnte man das, was man sah, dadurch erträglicher machen. Es war Trash-TV vom Feinsten. Menschen wurden vorgeführt. Zwischentöne gab es nicht. Jede Aussage wurde so geschnitten, dass sie entweder lächerlich oder skandalös wirkte. Der Moderator erfreute sich sichtlich daran und lächelte dabei.
„Oh mein Gott“, sagte Andrea. „Das geht gar nicht. Kein normaler Mensch würde sich das antun?“
„Nein“, sagte Jesus. „Ich will absolut nicht. Aber ich soll.“
„Ich kann immer noch kurzfristig absagen“, versuchte er, beide zu beruhigen.
Ein flaues Gefühl hatte sich schon die ganze Zeit breitgemacht.
Die eigentliche Botschaft kam zwei Tage vor der TV-Show. Die Überlegung abzusagen war noch nicht vom Tisch. Jesus saß hoch energetisiert in der Praxis, zwischen zwei Terminen, als er die Antwort erhielt, warum er es machen sollte. Er hatte nichts gefragt. Es war sein Geistführer, der sich meldete. Die vertraute Gegenwart, die ihn seit Jahren begleitete, trat näher und sprach zu ihm: „Hier in der geistigen Welt, ist eine Mutter, die früh verstarb, als ihre Tochter jung war. Sie möchte mit ihrer Tochter reden.“
Nun wusste er Bescheid. Die Sendung fand er trotzdem blöd, aber vielleicht konnte er das Ruder herumreißen.
Er hatte die Gewissheit, dass diese Tochter irgendwo dort sein würde.
„Jetzt weiß ich, warum“, sagte er am Abend zu Andrea.
Sie sah ihn an. „Die Sendung ist der Umweg. Irgendwo dort ist eine Frau, deren Mutter gestorben ist, als sie noch jung war. Und die Mutter möchte mit ihr reden.“
Andrea nickte langsam. „Und dafür das ganze Theater.“
„Für einen einzigen Menschen“, sagte Jesus, „lohnt sich jedes Theater.“
Jetzt, da er wusste, wonach er suchte, versuchte er, der Sache eine Form zu geben. In einem Telefonat mit der Redaktion schlug er vor, für den geplanten Einspielfilm Zuschauer aus der Sendung selbst zu nehmen. Menschen, die ohnehin da sein würden. Er sagte nicht, warum. Er konnte schlecht sagen: „Weil unter Ihren Leuten eine Frau ist, deren verstorbene Mutter mit ihr sprechen möchte.“ Aber wenn die Teilnehmer aus der Sendung kämen, würde die Frau bestimmt darunter sein, und alles könnte sich in Ruhe fügen, bevor die Scheinwerfer angingen.
Die Produktion verstand es anders, oder wollte es anders verstehen. Man werde vor der Sendung, eine Gruppe von Leuten zusammenstellen und filmen, hieß es, eine Gruppensitzung, das mache sich gut als Einspieler. Jesus spürte, als er mit dem Kameramann zur Gruppe hinging: Mein Plan wird so nicht aufgehen …
In der Rechtsabteilung wartete eine Mappe mit Papieren. „Das müssen Sie noch unterschreiben“, sagte eine junge Frau mit Klemmbrett, freundlich und in Eile. „Reine Formsache.“ Jesus setzte sich hin und begann zu lesen. Er las. Seite für Seite. Verwertungsrechte, zeitlich unbegrenzt. Schnittfassungen nach alleinigem Ermessen der Produktion. Verschwiegenheitserklärung über alles, was hinter den Kulissen geschah, mit Vertragsstrafen, deren Höhe er zweimal las, weil er sie beim ersten Mal für einen Tippfehler hielt. Er unterschrieb, was er unterschreiben musste.
Die vorherige Folge wurde gerade gedreht. Sie mussten erst einmal warten, bis er den kleinen Dreh mit der Gruppe hatte. Die Frau oder Tochter war nicht dabei. Das war ihm noch nie passiert. Er war verwundert, dass es nicht so gekommen war. In der Sendung kann es nicht passieren. Das war ihm auch klar. Er war ratlos.
Im anderen Raum, hatten zumindest Andrea und Francesca Spaß. In der Maske ging Francesca auf in ihrer eigenen kleinen Welt. Sie durfte zusehen, stellte Fragen, bekam knappe Antworten von der Visagistin.
Bei einem Kaffee, kam Jesus mit Angelo ins Gespräch. Er war für die Fernsehgäste zuständig und deren Betreuung. Sie sprachen eine Weile und Angelo war offen für spirituelle Themen und zeigte sich interessiert. Bis Jesus in Gedanken versunken erwähnte:
„Eigentlich bin ich nur aus einem einzigen Grund hier. Ich habe eine Botschaft für eine Frau, deren Mutter gestorben ist, als sie noch jung war. Ich weiß nicht, wer sie ist. Ich weiß nur, dass sie hier ist.“
Angelo stellte seine Kaffeebecher ab. Er sah Jesus mit großen Augen an und schnippte mit den Fingern.
„Ich weiß, wen du meinst“, sagte er. „Warte hier.“ Und weg war er.
Sie hieß Mara und arbeitete seit Jahren bei der Produktion, irgendwo im Hintergrund.
Angelo kannte sie gut; sie war eine seiner engsten Freundinnen im Team. Er hatte ihr alles aufgeregt erzählt und sie hergeholt: „Das ist Jesus. Er hat eine Botschaft von deiner Mutter für dich!“
Sie redeten kurz und gingen in den Raum für die Gäste. Angelo bat alle, die noch im Raum waren, den Raum für ein paar Minuten draußen im Flur zu warten. Somit ließ er beide alleine.
Der Raum war nichts Besonderes. Ein Tisch, ein paar Sessel, ein Wasserspender und ein Fernsehen.
„Angelo sagt, Sie sind Heiler“, sagte Mara.
„Ich bin Geistheiler“, sagte Jesus. „Und ich bin heute nicht wegen der Sendung hier. Sondern weil ich eine Botschaft übermitteln soll.“
Sie war schon instruiert worden von Angelo und kannte sich etwas aus: „Wie wollen wir vorgehen.“
„Einfach die Augen schließen und ich werde die Energien aufbauen.“
„Darf ich?“, fragte er und zeigte seine Hände. Sie nickte.
Sie standen und Jesus baute die Energien in ihrer Aura auf. Er spürte, bevor es losging, wie die Energien anstiegen. Keine Formel, keine Anweisung, kein „Atmen Sie tief durch“. Nur Berührung und Stille. Und der Raum füllte sich. Innerhalb von fünf Minuten baute sich ein lichtvolles und starkes Feld auf. In fünf Minuten, mehr brauchte es nicht. Jesus war selbst überrascht, was hier passierte. Wenn oben schon alles vorbereitet ist, darf es schneller gehen. Die Präsenz der Mutter war auch für Jesus spürbar, und die seiner Helfer.
Während er tief in ihr einen Tresor fand. Mitten in Maras Herzen, bildlich gesprochen, stand ein Tresor. Stahlgrau, mit einem Zahlenschloss, dessen Kombination diese Frau selbst längst vergessen hatte. In dem Moment, in dem ihre Mutter gestorben war, Mara war noch ein junges Mädchen gewesen, hatte ihr Herz den Schmerz genommen, ihn hineingelegt und die Tür zugeworfen. Niemand hatte Zugang zu dem Bereich gehabt. Und wenn sich jemand dem Tresor näherte, waren die Wächter, die darauf aufpassen, dass der alte Schmerz nicht zum Vorschein kommt.
Die Seele eines Kindes kann den Verlust der Mutter schwer tragen. Also tut sie das Klügste, was ihr bleibt: Sie schließt ihn weg. Man spricht von eingefrorener Trauer, davon, dass ein Schmerz abgekapselt wird, damit das Leben weitergehen kann. Es ist keine Schwäche. Es ist eine Rettung. Aber die Rettung hat einen Preis, der erst Jahre später fällig wird: Wer einen Safe im Herzen trägt, bezahlt jeden Tag Miete für ihn. Mit Kraft, die fehlt. Mit Nähe, die nicht riskiert wird, und einem Leben, das um den verschlossenen Raum herumgebaut wird wie ein Haus um einen Pfeiler, den niemand anfassen darf. Und das Eingeschlossene altert nicht. Es wartet.
Wer den Film Inception kennt, kennt das Bild: Menschen steigen über verschachtelte Traumebenen hinab, immer tiefer, und über allem hängt die Gefahr, im Limbo gefangen zu bleiben. Und am Ende des Films, ein Tresor. Jesus brauchte durch keine Traumebenen hindurchzugehen. Er musste nirgendwohin hinabsteigen, kein Limbo drohte ihm, keine Architektur aus Träumen war nötig. Er gelangte sofort zum Tresor. Seine Energie legte sich auf das Zahlenschloss. Die Zahlen drehten sich wie von selbst, eine nach der anderen, als hätte der Tresor all die Jahre nur auf die richtige Hand gewartet. Und die Tür schwang auf.
Und in diesem Tresor lag nur ein einziger Satz. Der Satz, den diese Frau seitdem vor jedem Menschen versteckt hatte, vor ihrem Vater, in ihren Beziehungen, vor Freunden und am gründlichsten vor sich selbst. Die Präsenz war in dem Moment am stärksten, als sie die Worte zum ersten Mal aussprach, die all die Jahre verschlossen waren: „Warum hast du mich alleingelassen?“
Mara krümmte sich und weinte darauf los. Gleichzeitig spürte sie die unsichtbare Umarmung der Mutter und die Vergebung, um die sie bat. Und dann brauchte Jesus nichts mehr zu machen. Jesus hielt Abstand. Dieser Moment gehörte nicht ihm. Er gehörte Mutter und Tochter. Seine Arbeit war getan.
Er war in diesem Fall nicht der Heiler, sondern derjenige, der die Energie für die andere Dimension aufgebaut hatte, und der Safeknacker, der den verschlossenen Safe geöffnet hatte. Die eigentliche Vorbereitung aus der geistigen Welt, die Gnade und die unerklärlichen Wege Gottes, die Mutter und die Helfer hatten die meiste Arbeit. Und er durfte stiller Zeuge dieses Wunders sein.
Was dann geschah, geschah zwischen den beiden. Vergebung, die keine Worte brauchte. Schuldzuweisungen, an die Mutter, die es gewagt hatte zu gehen, die sich nun wie Wolken im Sonnenlicht auflösten. Eine Mutter, die wieder die Möglichkeit hatte, ihre Tochter zu sehen und ihr Heilung zu schenken. Eine Tochter, die Frieden fand, ihrer Mutter wieder zu begegnen. Das Gefühl, alleingelassen worden zu sein, dieses jahrzehntealte Fundament, auf dem so vieles schiefgebaut worden war. Es bekam zum ersten Mal eine Antwort, die man mit Worten nicht fassen kann. Sie wurde niemals alleingelassen, sie war die ganze Zeit da. Eine Befreiungsenergie durchlief den Raum, so deutlich, dass das Neonlicht über ihnen kurz flackerte und der Wasserspender in der Ecke ein einzelnes, gluckerndes Geräusch machte, als atme er aus.
Mara saß da, beide Hände vor dem Mund, und weinte ein ganzes Leben in wenigen Minuten.
Als sie wieder sprechen konnte, war ihr Gesicht ein anderes. Nicht jünger, nicht glatter. Offener.
„Ich habe sie gespürt“, sagte sie immer wieder. „Ich habe sie wirklich gespürt. Das war keine Einbildung. Das war sie.“ Und dann geschah etwas, womit Jesus nicht gerechnet hatte: Mara wollte davon erzählen. Nicht irgendwann, nicht irgendwem – in der Sendung. Sie war so erfüllt von dem, was geschehen war, dass sie es hinaustragen wollte, vor die Kameras, vor das Publikum: Das hier ist echt. Ich habe es selbst erlebt. Meine Mutter war da.
Sie ging zu ihrer Chefin und fragte nach. Sie schickte sie zur Rechtsabteilung, um nachzufragen. Die Antwort kam schnell und ließ keinen Spielraum: Nein. Der Sender und seine Mitarbeiter müssten unparteiisch sein. Eine Mitarbeiterin, die vor laufender Kamera für einen Gast Partei ergreift, undenkbar. So blieb die einzige Zeugin des wahren Grundes dieser Reise stumm.
Die Sendung selbst war genau das, was Jesus vorausgesehen hatte: Trash-TV. Jetzt ging es nur darum, es durchzuziehen. Und Mara, die vom Hintergrund schaute und sich wünschte, in die Sendung hineinzuplatzen, um darzustellen, was in den hinteren Räumen wirklich vorgefallen war.
Mara stand dort, wo sie seit Jahren stand, im Hintergrund, außerhalb des Lichts, und in ihr arbeitete ein einziger Gedanke, den sie nicht aussprechen durfte: Wenn ich doch nur dabei sein könnte. Wenn ich doch nur nach vorn gehen und erzählen könnte, was heute vorgefallen ist! Von meiner Mutter. Von dem, was ich gespürt habe. Sie sah, wie das Publikum lachte, wie geschnitten und zugespitzt wurde, wie aus dem Mann, der ihr am Nachmittag die Tür ihres Lebens geöffnet hatte, eine Fernsehfigur gemacht wurde. Von außen betrachtet: eine Katastrophe. Doch Jesus war vollkommen im Frieden mit sich. Und Francesca entschied sich gegen die Ausbildung zur Make-up-Artistin. Die Fahrt hatte sich gelohnt.
Wenige Tage nach der Aufzeichnung, stand Mara zum ersten Mal seit vielen Jahren am Grab ihrer Mutter. Sie ist nie regelmäßig hingegangen. Sie hatte immer gesagt, sie hätte keine Zeit. Aber die Wahrheit war: Sie hatte nicht gekonnt. Jetzt konnte sie. Sie saß dort eine Stunde und redete mit ihr zum ersten Mal. Es war seltsam, was sich in dieser kurzen Zeit alles verändert hatte, und sie spürte, dass da noch mehr war. Erst jetzt bemerkte sie, dass der Schmerz die ganze Zeit da gewesen war. All die Jahre. Sie hatte ihn nur nicht mehr wahrgenommen, oder nicht mehr wahrnehmen wollen. Man gewöhnt sich an das Gewicht des Schmerzes, wenn man ihn lange genug trägt. Man hält es eines Tages für das eigene Gewicht.
In den folgenden Monaten wechselte sie die Stelle. Sie merkte, dass der Weg in die Produktion zu den falschen Wegentscheidungen gehört hatte. Sie hörte auf, ihr Leben neben die Leben der anderen zu legen. Und damit kam auch die neue Liebe, die wirklich zu ihr passte. Vielleicht, wer will das wissen, würde eines Tages in dieser neuen Familie ein Kind geboren werden. Und vielleicht würde es die Mutter sein.
ENDE
Manchmal, schickt uns der Himmel mitten in den Jahrmarkt. Nicht, damit wir Karussell fahren. Sondern weil zwischen den Buden ein Mensch steht, der uns braucht. Und wenn wir uns weigern, den Jahrmarkt zu betreten, weil wir den Lärm nicht mögen, dann steht dieser Mensch dort morgen noch. Und übermorgen. Mit einem Safe im Herzen, für den nie jemand kommt.
Jesus Lopez
Das Comic-Projekt »The Healer Jesus Lopez« ist ein Herzensprojekt. Es finanziert sich nicht über den Verkauf von Heften, sondern lebt von der Begeisterung und Wertschätzung seiner Leserinnen und Leser. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das hier machen: Steady.Page.
Oder hilf, indem du kommentierst und die Inhalte in den sozialen Medien teilst. Ich danke dir von Herzen für deine wertvolle Unterstützung und deine Treue als Leser.
PDFs werden folgen. Bis dahin einfach ganz oben auf den Drucker drücken.










Kommentar schreiben