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The Healer Jesus Lopez Nr. 31

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Comiccover, The Healer Jesus Lopez, Nr. 31, Werwolf
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Sprache ist nicht Wahrheit,

sondern reflektiert unser Dasein in der Welt.
(Paul Auster)


The Healer Jesus Lopez, Nummer 31: Werwolf

Die erste Heilsession des Geistheilungstages in Köln¹ war im vollen Gange. Der Geistheiler Jesus Lopez² trat beim Geistheilungstag mit ruhigen Schritten auf Wolfgang zu. 

 

Von außen betrachtet war Wolfgang erfolgreich. Eine Festanstellung, eine gute Position, ein gepflegtes Auftreten und viele verantwortungsvolle Termine mit einem übervollen E-Mail-Postfach. Und dieses leise Gefühl am Abend, dass etwas fehlte. An denen er auf das Handy starrte, ohne zu wissen, wonach er suchte.

 

Doch von Äußerlichkeiten ließ sich Jesus Lopez nicht beirren. Mit seinen Augen konnte er in die Tiefe der menschlichen Seele blicken.³ In seinem Herzen erkannte er eine Leere, die kein Lob, keine Beförderung und kein glanzvolles Foto im Netz zu füllen vermochte.

Wolfgang war müde. Nicht körperlich. Innerlich. Müde davon, zu funktionieren.

Müde davon, verständig zu sein, wenn er eigentlich widersprechen wollte.

Müde davon, Erwartungen zu erfüllen, die nie seine eigenen gewesen waren.

Abends saß er oft noch lange wach, das Handy in der Hand, ohne wirklich zu wissen, wonach er suchte.
Und morgens stand er auf und machte weiter. Niemand hätte etwas bemerkt.

Nicht einmal er selbst, bis zu diesem Tag.

 

Jesus Lopez berührte ihn an der Stirn und sprach:

 

“Vocatus atque non vocatus, deus aderit.

Verwandle dich!“ 

 

In diesem Moment spürte Wolfgang nicht nur, wie Energien in ihm aufstiegen. Er spürte, wie durch die Berührung archaische Kräfte langsam und unkontrolliert in ihm zum Vorschein kamen. Eine ungezähmte, ursprüngliche und authentische Energie in ihm und in dieser Welt. Wenn die Maske fällt, zeigt sich der Wolf. 

 

 

Die Veränderung kam nicht in einer Welle, sondern in unerbittlichen Schüben. Er spürte, wie sich die Muskeln in seinen Unterarmen und Fingern anspannten. Ein dumpfes, inneres Knacken zog sich entlang seiner Wirbelsäule. Er krümmte sich, um dieser Kraft Herr zu werden. Niemals hätte er gedacht, dass beim Geistheilungstag solche Prozesse möglich wären. Und doch war er hier, der lebende Beweis, dass mehr geschah als etwas Menschengedachtes.

 

Seine wilde Seele trat aus der finsteren Nacht seines Inneren hervor. Die instinktive Weisheit, die kreative wie zerstörerische Urkraft der Natur, die wir in der zivilisierten Welt so oft verdrängen. Es kam ihm vor, als würde er sich in einen Werwolf verwandeln. Die Begegnung mit dieser Urkraft löste Angst und Widerwillen in ihm aus, und zugleich fühlte er sich so lebendig wie nie zuvor. Wie ein Wolf, der nach Blut lechzt, gierte er nach seiner vollen Lebenskraft, die in ihm erwachte. Das Verdrängte kehrte zurück, um erkannt und integriert zu werden.

 

Seine Adern traten hervor, die Muskeln spannten sich an, und sein Körper begann zu entgiften; Schweiß floss aus seinen Poren. „Was passiert hier?“, dachte Wolfgang.

Als hätte er seine Gedanken wahrgenommen, sprach der Heiler, der inzwischen einige Teilnehmer weitergegangen war, zu seiner Richtung: „Der Wolf zeigt sich oft erst dann, wenn die Maske fällt.“ Wolfgang fragte sich, was er damit anfangen sollte, als es ihm so vorkam, als würden seine Arme haariger und seine Finger sich zu Krallen formen.

 

Er spürte die Macht, die in ihm aufstieg. Er atmete tief ein, um diese Kraft vollständig in sich aufzunehmen. Wie unberechenbare Wellen konfrontierte ihn diese Energie mit seinen inneren Stürmen und seinem Schmerz, wie eine Brandung, die gegen Klippen schlägt. Und zugleich war da eine tiefe Sehnsucht. Diese Kraft versprach Ganzheit, Lebendigkeit und eine Wahrheit, nach der wir uns im Innersten sehnen. In ihm wuchs eine klare Erkenntnis:

„Ich bin nicht hier, um besser zu werden. Ich bin hier, um authentisch zu sein.“

 

Sein Unterkiefer schob sich nach hinten, sein Mund öffnete sich. Ein heiseres Knurren, das tief aus seiner sich verändernden Kehle kam, entwich ihm, während Tränen an seinem Kiefer entlangflossen. Doch das Knurren war kein Ende. Es war ein Übergang.

 

Mit jedem Atemzug löste sich eine weitere Schicht von dem, was er geglaubt hatte, sein zu müssen.
Bilder durchzuckten ihn: Besprechungen, in denen er genickt hatte, obwohl alles in ihm widersprach.

Gespräche, in denen er ruhig blieb, obwohl er schreien wollte.

Entscheidungen, die "vernünftig“ waren, und sich trotzdem falsch anfühlten. 

 

Er sah sich selbst am Rand stehen, stets bemüht, richtig zu sein. Gut zu sein. Anerkannt. Und jedes Mal ein Stück weniger echt. Die Kraft in ihm reagierte darauf nicht sanft. Sie verdichtete sich, wurde schwer. Seine Brust spannte sich an, als würde sich ein innerer Panzer öffnen. Es tat weh, aber es befreite.

 

Der Wolf in ihm zeigte nun die Zähne. Nicht aus Hass, sondern aus tiefer Erschöpfung. Aus dem Wissen, wie oft er gezähmt, korrigiert und etikettiert worden war. Wie oft man ihm gesagt hatte, was gut sei, während andere längst ihren moralischen Kompass verloren hatten. „Ihr habt den Käfig gebaut“, dachte er, „und ich habe gelernt, darin zu atmen.“

 

Ein Beben strömte durch seinen Körper. Die Energie, die eben noch nach Macht geschmeckt hatte, wurde zu Schwere. Zu Druck. Zu der Last all der Jahre, in denen er lieber bemitleidet als gefürchtet, lieber angepasst als wahr gewesen war. „Du bist auf dem richtigen Weg. Geh weiter!“, hörte er es in sich.

 

Sein Kopf sank nach vorn. Der Unterkiefer zitterte, seine Finger waren verkrampft. Das Knurren brach ab und wich einem erstickten Laut, der mehr Schmerz als Wut in sich trug. Denn unter dem Monster lag etwas anderes begraben: Trauer!

 

Die Erkenntnis traf ihn mit voller Wucht: Der Werwolf in ihm war nicht erwacht, um zu herrschen.

Er war erwacht, um sich nicht länger zu verstecken.

Schattenanteile durften sich zeigen und integriert werden.

Die Antworten kamen nicht in Worten. Sie kamen als Hitze.

Ein inneres Feuer schoss seine Wirbelsäule hinauf.

 

Der Geistheiler Jesus Lopez stand nun wieder vor ihm, legte ihm die Hände auf und rief in die Runde:
„Deine Narben sind keine Zeichen von Schwäche, sondern Wegweiser auf dem Pfad deiner Seele.“

Die Spannung verließ Wolfgang schlagartig. Seine Knie gaben nach, als hätte jemand die Fäden durchtrennt, die ihn aufrecht gehalten hatten. Er sackte zu Boden. Schweiß und Tränen vermischten sich, und alles brach aus ihm heraus. Kein Knurren mehr. Kein Werwolf mehr. Nur ein Mensch, der zusammenbrach, um die Wahrheit tragen zu lernen.

 

Sein Oberkörper bebte, während er weinte. Tief, unkontrolliert, aus einer Schicht seines Seins, die lange keinen Namen gehabt hatte. Zwischen den Tränen musste er sogar lachen: Er wusste nicht, warum all das aus ihm herausströmte. Doch er ließ es zu und spürte, wie sich etwas löste, das lange unterdrückt gewesen war.

 

Ein leiser, erschöpfter Atemzug folgte. Wie nach einem Sturm, der alles verwüstet hatte, damit Neues wachsen konnte. Die Transformation war geschehen, für dieses Mal. Die wilde, göttliche Kraft war nun in seinem Herzen verankert. Er kam langsam wieder zu sich. Die Heilsession war beendet. Langsam nahm er wieder wahr, dass er nicht allein war. Neunundvierzig weitere Teilnehmer hatten ihre eigenen, individuellen Erfahrungen gemacht.

 

Jesus Lopez kam grinsend auf ihn zu:
„Na, wie geht es dir nach der ersten Heilsession? Zwei haben wir noch vor uns.“
Wolfgang musste lachen. Er wusste nicht, ob vor Wahnsinn oder vor Erleichterung. Er fiel Jesus Lopez um den Hals und spürte echte Nähe. „Danke“, war das Einzige, was er hervorbrachte, bevor er erneut zu schluchzen begann.
Doch der Geistheiler verstand die tiefe Dankbarkeit in seiner Seele.


Geistheiler Jesus Lopez, Comicgesicht, rund

Manche Narben bleiben unsichtbar, bis sie sprechen dürfen. Auf den spirituellen Prozess der Individuation müssen wir dem Wilden, Verlorenen und Verängstigten in uns "Heimkehr“ gewähren. Nicht mit Perfektion, sondern mit unserer gebrochenen Menschlichkeit, um ganz zu werden. Die archaischen Kräfte in uns, sind kein Monster, sondern die tiefste, verwilderte Wahrheit unserer eigenen Seele, die danach verlangt, in eine höhere Ganzheit geholt zu werden. 

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Der Geistheilungstag in Köln findet am Samstag, dem 28. Februar 2026, statt. Sichere dir rechtzeitig deinen Platz!

 

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Vertiefende Informationen

Schamanische Verwandlungsprozesse

Schamanische Verwandlungsprozesse werden in vielen Traditionen nicht als so-tun-als-ob, sondern als ernsthafte Technik der Ekstase verstanden: Der Schamane oder die Schamanin wechselt gezielt in einen anderen Bewusstseinsmodus, um Heilung, Orientierung oder Schutz für die Gemeinschaft zu ermöglichen.

 

In der religionsgeschichtlichen und anthropologischen Literatur tauchen dabei wiederkehrende Motive auf: Tranceinduktion (oft durch Trommelrhythmus, Gesang, Tanz, Fasten oder Schlafentzug), der Kontakt zu Hilfsgeistern (häufig in Tiergestalt) und eine Phase, die wie ein Ritual des Sterbens und Wieder-Zusammensetzens beschrieben wird. 

 

Gerade die Idee der Verwandlung, etwa in ein Raubtier wie Wolf, Bär oder Jaguar, lässt sich als spirituell gerahmte Form von Embodiment lesen: Die Person organisiert Körper, Stimme, Blick, Atem und Impulssteuerung so, dass eine andere, archaische Handlungslogik dominant wird.

 

Der Tierkörper ist dabei nicht nur Symbol, sondern ein praktisches Steuerungsmodell:
Er bündelt Wachheit, Zugriff, Schutz, Aggressionsenergie, Rudelbindung oder Jagdfokus in einer Gestalt, die im Trancezustand unmittelbar verfügbar ist. In vielen Beschreibungen gehört dazu, dass das Tier als Hilfsgeist/Power Animal nicht nur begleitet, sondern Kraft überträgt. Manchmal verbunden mit Visionen, in denen der Initiand angegriffen, zerrissen oder verschlungen wird und anschließend erneuert zurückkehrt.

 

Solche Verwandlungsprozesse sind oft Teil einer größeren initiatorischen Dramaturgie. In etlichen Kulturen wird eine Art Ruf zur schamanischen Rolle über Krisen, Krankheit, ungewöhnliche Träume oder soziale Brüche erzählt. Die Ausbildung dient dann dazu, die Intensität nicht chaotisch auszuleben, sondern in kontrollierbare Rituale zu überführen. Anthropologisch lässt sich das als Schwellenprozess verstehen: Die alte Identität wird zeitweise gelockert, die Person durchläuft eine Phase erhöhter Plastizität und kehrt mit einer neuen, sozial anerkannten Funktion zurück.  

 

Schamanismus ist kein einheitliches Paket. Manche Traditionen betonen eher die Seelenreise (die „Seele“ verlässt den Körper und sucht im Jenseits nach Informationen oder verlorener Lebenskraft), andere betonen eher Besessenheit/Einwohnung (Geister kommen in den Körper, sprechen, diagnostizieren, heilen). Beides kann wie „Verwandlung“ wirken – entweder als Reise des Selbst in andere Welten oder als temporäre Übernahme durch eine andere Instanz. Beides hat eigene Regeln, Tabus und Schutzmechanismen.

 

Psychologisch betrachtet ist der entscheidende Punkt weniger, ob die Verwandlung objektiv ist, sondern was sie funktional leistet. In gut gerahmten Kontexten erzeugt Trance häufig eine Kombination aus starker Aufmerksamkeit, erhöhter emotionaler Energie und einer Bedeutungsverdichtung, die Heilrituale wirksam machen kann:
Der Körper erlebt Zugriff statt Ohnmacht,
die Gruppe erlebt Sinn und Ordnung,
und die betroffene Person erhält ein narratives und rituelles Gefäß für Leiden.
Passend dazu gibt es auch neuere wissenschaftliche Arbeiten, die schamanische Trance als willentlich herbeigeführten Bewusstseinszustand untersuchen und dabei Veränderungen in Erleben und Gehirnaktivität beschreiben, ohne das Phänomen auf bloße „Einbildung“ zu reduzieren.

 

Gleichzeitig warnen viele Fachleute davor, den Begriff „Schamanismus“ zu grob zu verwenden oder alles über ein einziges „Trance-Modell“ zu erklären. Historische und kulturelle Kontexte sind entscheidend: Was in einer Gemeinschaft als heilige Verwandlung gilt, kann anderswo als exzentrisch, krank oder gefährlich interpretiert werden, und selbst innerhalb einer Tradition verändern sich Praktiken über die Zeit.¹

 

Wenn man schamanische Verwandlung als Prozess zusammenfasst, ergibt sich oft eine klare Logik:
Zuerst wird Energie aufgebaut und das Alltags-Ich „leiser“ gestellt;
dann wird die archaische Kraft in eine Gestalt gebunden (Tier, Geist, Ahne) und in Handlung überführt;
anschließend folgt eine Phase der Rückkehr, Erdung und sozialen Bestätigung.

Der Kern ist nicht das Spektakel der Trance, sondern die Integration:
Die Kraft soll verfügbar werden, ohne den Menschen zu besitzen. Genau darin liegt die Reife schamanischer Verwandlungswege. Sie machen das Wilde nicht nett, sondern brauchbar, für Schutz, Heilung, Orientierung und Bindung an die Gemeinschaft.

Theriomorphie – die Tierverwandlung

Die Theriomorphie (Tierverwandlung) gehört in vielen schamanischen Traditionen zu den eindrucksvollsten Formen ritueller Ekstase. Gemeint ist dabei nicht eine physische Metamorphose, sondern eine veränderte Selbst- und Körperorganisation, in der der Schamane zeitweise als Tier handelt, fühlt und wahrnimmt: mit anderer Spannung im Körper, anderem Atem, anderer Stimme, anderer Blickführung und einem anderen Sinn für Raum, Gefahr, Nähe und Distanz.

 

Ethnologische Beschreibungen sprechen hier von zoomorphen Geistern und von rituellen Tierimitationen, die nicht bloß Tanz sind, sondern als Mittel gelten, um den schamanischen Zustand zu erreichen und die „Reise“ oder Heilhandlung wirksam zu machen.¹¹

 

Typisch ist, dass diese Tierverwandlung nicht aus dem Nichts entsteht, sondern durch spezifische Induktionsmethoden vorbereitet wird. Eines der bekanntesten Verfahren ist das sogenannte Sonic Driving: monotones, rhythmisches Trommeln oder Rasseln, oft über längere Zeit, manchmal begleitet von Gesang, Atemrhythmen oder repetitiven Formeln.

 

In der Forschung zur schamanischen Trommeltrance wird genau dieser Rhythmus als zentraler Auslöser veränderter Bewusstseinszustände diskutiert und experimentell untersucht. Unter anderem über EEG-Messungen und Erlebnisberichte.

 

Neben dem Rhythmus arbeiten viele Traditionen¹² mit weiterer Aufschaukelung und Fokussierung:
Tanz (bis zur Erschöpfung),
Schwitzen,
Fasten,
Kälte,
soziale Verdichtung (Kreis, Gesänge, Anfeuerung)
oder auch rituelle Kostümierung.

Solche Elemente machen die Verwandlung greifbar, weil sie den Körper in eine klare Rolle setzen: Maske, Fell, Federn, Bemalung, Klauen- oder Schnabel-Symbole sind nicht nur Deko, sondern ein sensorisches Gerüst, an dem sich das neue Selbstgefühl festhalten kann. In diesem Gerüst wird das Tier nicht nur gesehen, sondern auch gespielt, geatmet und getragen.

 

Warum gerade Tiere? Weil sie in vielen Kulturen als präzise Bündel von Fähigkeiten verstanden werden.
Wolf, Bär, Jaguar, Adler oder Schlange stehen nicht abstrakt für „Natur“, sondern für konkrete Qualitäten:
Wachheit, Schutz, Jagdfokus, Mut, Heilwissen, Rudelbindung, Grenzsetzung, Durchhaltefähigkeit.

 

In der schamanischen Logik ist das Tier oft Hilfsgeist, Kraftquelle oder Begleiter; psychologisch betrachtet ist es ein hocheffizientes Modell, um archaische Handlungsprogramme zu aktivieren, ohne sie im Alltags-Ich moralisch zu blockieren. Gerade „Raubtier-Verwandlungen“ sind häufig mit Aggressionsenergie verbunden. Nicht als Gewalt, sondern als Zugriff, Grenze, Durchbruch: Die Person erlebt, dass sie Gefahr aushält, dass sie sich wehren kann, dass sie handeln darf.

 

Entscheidend ist aber, dass Therimorphie in traditionellen Kontexten fast nie als isoliertes Erlebnis stehen bleibt. Sie ist eingebettet in einen Prozess von Trennung – Schwelle – Rückkehr, wie er in der Ritualtheorie für Übergangsriten beschrieben wird:
Man verlässt die normale Rolle (Trennung),
betritt einen Zwischenraum, in dem andere Regeln gelten (Schwelle/Liminalität),
und wird anschließend wieder in die Ordnung reintegriert (Rückkehr).

 

Genau diese Rückkehr ist das Integrationsritual: Der Schamane kommt zurück, wird angesprochen, gereinigt, bekommt Wasser oder Nahrung, manchmal werden die Hilfsgeister verabschiedet, und die Gemeinschaft bestätigt, was geschehen ist. So wird verhindert, dass die Tiergestalt das Alltagsleben übernimmt.

 

Integration heißt hier: Die Kraft bleibt verfügbar, aber sie besetzt nicht dauerhaft die Identität.
In diesem Sinn ist Tierverwandlung im Schamanismus weniger eine Flucht aus dem Menschsein als eine kulturell ausgearbeitete Methode, Instinkt und Macht zu kultivieren, sie in Dienst zu stellen und anschließend wieder zu erden. Wo diese Erdung gelingt, berichten Menschen oft von mehr Stabilität, Klarheit und Schutzgefühl. Nicht weil sie "etwas Fremdes“ bekommen haben, sondern weil sie einen inneren Modus zurückgewonnen haben, der im Alltag sonst zu wenig Platz hat.

Quellenangaben


Weitere Inhalte

The Healer Jesus Lopez 32, Der Preis der Heilung, Comiccover
The Healer Jesus Lopez, Nr. 30, Astraloperationen
Wolf und Jesus Lopez
Frau hält im Comichgeschäft mehrere Ausgaben von The Healer Jesus Lopez in den Händen
Geistheiler Jesus Lopez mit Büchern, Blog


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Kommentare: 3
  • #1

    Monika (Sonntag, 01 Februar 2026 11:27)

    Wie immer, sehr interessant und wertvoll. Die alten Lasten werden durch neue Energien ersetzt. Man muss einen solchen Geistheilungstag persönlich erleben um ihn zu verstehen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt. Freue mich auf die nächste Story.
    Liebe Grüße.

  • #2

    Jesus Lopez (Sonntag, 01 Februar 2026 22:03)

    Passend zum Tag der Veröffentlichung: Der Schneemond kommt!
    Der Schneemond 2026 erleuchtet den Himmel am 1. Februar um 23:09 Uhr.

  • #3

    Ina (Montag, 02 Februar 2026 15:29)

    Ja, wir sind viel stärker, wie wir glauben. Wenn wir richtig wütend sind, kann unsere Kraft aufsteigen und wir nehmen sie wahr. Ansonsten sind wir meist so in unseren Mustern und Programmen gefangen, dass wir sie unbewusst unterdrücken und sie nicht richtig nutzen können. Jeder Geistheilungstag lohnt sich, es geschegen immer Transformationen und diese helfen dabei, wieder mehr und mehr in die eigene Kraft zurückzukommen. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
    Lieber Jesus, vielen Dank für Deine Unterstützung.�