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The Healer Jesus Lopez Nr. 30

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The Healer Jesus Lopez, Nummer 30

Astraloperationen

Vorgeschichte

Die Verfolger waren hinter ihm her. Ein Teenager rannte, als ob die Hölle selbst hinter ihm her wäre. 

Doch es waren nur seine Eltern. Oder doch nicht mehr?

 

Kurz vor seinem Ziel hielt er kurz inne. Die Dezemberluft brannte wie Eis in seiner Lunge und das brennende Seitenstechen plagte ihn. Er musste weiter. Obwohl er am ganzen Körper zitterte und Schmerzen hatte, musste er weiter vorankommen. Er ging die nächsten Schritte und sah sich um, wie weit seine Verfolger entfernt waren. 

Wo konnte er sich vielleicht verstecken? Doch die viele Weihnachtsbeleuchtung machte ihm einen Strich durch die Rechnung. 

 

Auch konnte er nicht zu seinen Freunden gehen. Die hätten ihn für verrückt erklärt und ihm nicht geglaubt.

Wie sollten sie auch begreifen, dass seine Eltern nicht mehr seine Eltern waren? Nicht seit dem… Ritual. 

 

Er hatte seine Eltern dabei erwischt, wie sie ein Ritual an einem Baby durchführten. Ihre Gesichter im Kerzenlicht waren nicht ihre eigenen. Dahinter lauerte etwas Altes, Dämonisches. Ihre Augen hatten ihn erkannt, als er auf dem Treppenabsatz stand. Und er lief fort und sie direkt hinterher.

 

Er musste zu jemandem hinlaufen, der an das Übernatürliche glaubt und die Wahrheit in seinen Augen erkennt. 

Also rannte er allein, mit einem einzigen Ziel im überhitzten Geist: Zum Geistheiler Jesus Lopez. 

Zu dem Mann am Rande der Stadt, von dem die Leute flüsterten, er könne Dinge sehen.

Vielleicht könnte er sogar die Dämonen aus seinen Eltern befreien. 

 

Ein Geräusch ließ ihn erstarren und dann die Stimme seiner Mutter: „Junge … komm nach Hause.“ Sie klang für ihn bedrohlich und jagte ihm noch mehr Angst ein. Sein Herz hämmerte gegen die Rippen. Doch plötzlich stolperte er, fiel hart auf Hände und Knie. Der Schmerz schoss ihm durch die Arme. 

 

Er stolperte über eine Burger-Tüte mit Inhalt, die irgend ein Idiot wohl aus dem Auto geworfen hatte, anstatt sie einfach mit nach Hause zu nehmen. Aber für die Gedankenverschwendung hatte er keine Zeit. Die Schritte kamen immer näher. Er stieß sich vom Boden ab und sprintete die letzten Meter los. „Du machst uns solche Sorgen“ rief ihm sein Vater  zu. 

 

„Was, wenn der Heiler nicht vor Ort ist?“, schoss es ihm durch den Kopf.

Doch da sah er ihn auch schon. Als ob er auf ihn gewartet hätte. 

An der schweren Holztür hing ein Weihnachtskranz, und er stand davor und schaute nun in seine Richtung.

15 Minuten vorher

Der Geistheiler Jesus Lopez saß am Kopfende seines Klienten, die Hände sanft über dessen Schläfen schwebend. Schon als Kind hatte er diese feinen Schwingungen gespürt, ein Kribbeln, das von seinen Fingerspitzen ausging und mit der Wirklichkeit hinter den Dingen zu kommunizieren schien. Mit jedem Lebensjahr, und vor allem seit er täglich viele Menschen behandelte, hatte sich diese Gabe verfeinert und vertieft. Sie war zu einem klaren, unbestechlichen Sinn geworden.

 

Ohne diese fortgeschrittene Sensibilität hätte er nicht mit seinen geistigen Augen sehen können, was in diesem Moment geschah: Wie unsichtbare, von ruhiger Kompetenz erfüllte Wesenheiten, seine Verbündeten aus der geistigen Welt, am ätherischen Körper des Mannes arbeiteten. Es war eine Astraloperation, präzise und konzentriert, die sich auf der nicht-stofflichen Ebene abspielte, die dem physischen Bauch des Klienten entsprach. Lopez war nicht der Chirurg; er war der Kanal, der Ankerpunkt. Durch seine bewusst geöffnete Präsenz und die gebündelten, hohen Energien konnte sich diese feine Psychochirurgie von selbst entfalten, eine harmonische Zusammenarbeit zwischen den Ebenen.

 

Nach der Sitzung, als der Klient langsam aus der tiefen Trance zurückkehrte, berührte er verwundert seinen unteren Bauch. „Ich habe… ein Ziehen gespürt“, murmelte er. „Ein Schneiden, aber ohne Schmerz. Erst als ich mich auf die Seite drehen sollte, da war es auf einmal da: dieser tiefe, stumpfe Druck. Wie nach einer echten Operation.

Jesus Lopez nickte verständnisvoll. Es war das typische Gefühl nach einem ätherischen chirurgischen Eingriff am Dickdarm; der physische Körper reagierte verspätet auf den intensiven Eingriff in seinem feinstofflichen Gegenstück.

 

An der Türschwelle verabschiedeten sie sich. „Schonen Sie sich die nächsten Tage“, riet Lopez mit sanfter Eindringlichkeit. „Ihr Wesenskörper hat eine Seelennaht erhalten. Geben Sie ihm Zeit, sie zu integrieren. Heben Sie nichts Schweres, weder Gegenstände noch Sorgen.“

 

Er blieb in der offenen Tür stehen und sah dem Klienten nach, bis dessen Wagen hinter den Bäumen der Zufahrtsstraße verschwand. Die frische Abendluft strich ihm um das Gesicht. Tief atmete er aus, ließ die verbrauchten Energien der Sitzung abfließen und sammelte sich neu. Sein Blick ruhte auf dem mächtigen, uralten Baum vor seiner Praxis, dessen Wurzeln tief in die Erde und dessen Krone hoch in den Himmel griff. In ihrer stillen Präsenz fand er stets Ruhe. Während er so dastand, den Duft der Nachtluft einatmend, tauchte in seiner Erinnerung das Gesicht einer anderen Klientin auf.

 

Eine Frau, bei der die Schulmedizin bereits das Skalpell für die Bauchspeicheldrüse geschliffen hatte. Ihr Zustand hatte sich nur durch das energetische Handauflegen durch eine einzige, außergewöhnlich intensive Sitzung verändert. Die Entzündung hatte sich so grundlegend gewandelt, dass der Eingriff nicht nötig geworden war. Es waren solche Momente, die ihm die Tiefe und Macht dieser unsichtbaren Arbeit immer wieder bestätigten.

Audiobericht: Ein authentischer Erfahrungsbericht einer Klientin.

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Rettung vor den Dämonen

„Junger Mann?“, fragte er. Sein Blick ging vom verzweifelten Gesicht des Jugendlichen zu den zwei Erwachsenen, die ihn verfolgten. „Bitte“, keuchte der Junge, „Sie sind hinter mir her. Ich werde von Dämonen verfolgt.“

 

„Komm herein.“ Der Teenager stolperte über die Schwelle. Der Heiler blieb noch einen Moment auf der Schwelle stehen und sah den beiden Gestalten in die Dunkelheit. Ein langer, schweigender Moment verging. Mit einer lichtvollen Aura bot er den beiden an, ebenfalls hineinzukommen. Doch sie drehten sich mit einem verachtenden Blick davon.

 

Nach diesem Blick zu urteilen, wissen sie, wer ich bin, dachte Jesus Lopez. Oder vielmehr, was sie in mir zu sehen glauben: einen Scharlatan, einen unliebsamen Störfaktor in ihrer Wirklichkeit. Diese Art von falscher Annahme war ihm vertraut. Sie gehörte zum Geschäft wie der Staub zu den Büchern.

 

Er lächelte und schloss die Tür hinter sich. Das sanfte Klicken des Schlosses war das erlösendste Geräusch, das der Junge je gehört hatte. Er war in Sicherheit. Für den Moment.

Die Heilbehandlung

Jesus Lopez führte den Jungen zum dunkelbraunen Chesterfield-Sofa. „Komm, setz dich erst einmal. Ich mache uns inzwischen einen Tee und du kannst mir alles erzählen.“

 

Die Wärme des Raumes schien allmählich die Starre aus Leos Gliedern zu lösen. Doch in seinen Augen blitzte weiterhin die ungefilterte Panik eines gejagten Tieres. „Sie sind nicht menschlich, Herr Lopez. Ich habe ihre wahren Gesichter gesehen. Dämonengesichter. Im Wohnzimmer… es war ein Opferritual.“

 

Der Heiler hörte mit seiner ruhigen, unermüdlichen Aufmerksamkeit zu, wie er es bei allen Klienten tat. Doch was er über dem Energiefeld des Jungen sah, bestätigte einen ersten Verdacht: ein tobendes Inferno. Ein hohes, fast gefährliches Fieber und ein Gewirr aus Gedankenbahnen, die vor Angst und Erschöpfung durchgebrannt schienen.

„Was du gesehen hast, war sehr real für dich“, sagte er sanft. „Dein Geist ist in Aufruhr. Wir müssen ihn wieder zur Ruhe bringen.“ Er wusste, wenn er jetzt sagte, dass es nicht real gewesen sei, würde der Junge vielleicht fortrennen. Dies musste vorerst genügen.

 

Im Behandlungszimmer begann die eigentliche Arbeit. Jesus Lopez hielt seine Hände über die Schläfen und spürte den Fieberwahn wie eine glühende Wand. Unter der wärmenden Berührung begann die wild umherspringende Angst allmählich in eine bleierne Müdigkeit überzugehen. Der menschliche Tempel, der Körper, kann die schrecklichsten Trugbilder erschaffen, wenn er krank ist.

 

Die geistige Welt war im Raum präsent. Zur Behandlung erschien der geistige Arzt Dr. Fritz und leitete, in Verbindung mit Jesus Lopez, die feine Arbeit ein. Es war eine heilsame Psychochirurgie auf der ätherischen Ebene: Zuerst wurde das glühende Fieber im Gehirn heruntergekühlt und die abgerissenen Verbindungen wurden wieder zusammengeführt. Zum Abschluss wurden dann die verschmorten Gedankenbahnen geglättet.

 

Unter dieser sanften Operation zerflossen die Bilder der dämonischen Eltern und wurden durch unverfälschte Erinnerungen ersetzt. Er hatte hohes Fieber und eine lähmende Angst gespürt. Als er halb taumelnd die Treppe hinunterging, um sich ein Glas Wasser zu holen, war diese Anstrengung zu viel für sein System gewesen. Was er wirklich gesehen hatte, waren seine Eltern, die eine Babypuppe für seine Schwester einpackten. Sein durch das Fieber verwirrtes Gehirn hatte die Informationen durch eine falsche Verdrahtung missinterpretiert. Das „Blut“ war nur die rote Geschenkschleife gewesen. Eine tiefe Scham überkam ihn, dass er im Wahn so über seine Eltern gedacht und es für wahr gehalten hatte. Als sich die Helfer aus der geistigen Welt zurückzogen, öffnete er die Augen.

 

„Alles in Ordnung soweit?“, fragte Jesus Lopez.

„Ja. Ich sehe wieder klarer“, antwortete er und glitt in ein nachdenkliches Schweigen.

„Hier ist mein Telefon. Du kannst deine Eltern anrufen und sie beruhigen. Lass dich ruhig abholen.“

Er nahm das Handy und rief seine sichtlich erleichterten Eltern an, die ihn kurz darauf abholten.

 

Dankbar gab er das Telefon zurück. Dann griff er verlegen in die leeren Taschen seiner zerfetzten Jeans. Seine Wangen röteten sich vor Scham. „Herr Lopez …, die Sitzung. Ich … ich habe nichts bei mir. Kein Geld. Ich kann Sie jetzt nicht bezahlen.“

 

Mit einer gütigen, tiefen Stimme antwortete der Heiler: „Du bezahlst mich, indem du gesund wirst. Du bezahlst mich, indem du mutig genug warst, hierherzukommen. Manchmal ist die Münze, mit der man in meinem Haus zahlt, nicht aus Metall, sondern aus Vertrauen. Alles ist bereits eingelöst.“ Er sah den ungläubigen, erleichterten Blick des Jungen. „Behalte dein Geld. Das hier war ein Dienst in der Not und kein Geschäft. Geh jetzt und pass gut auf dich auf.

Ich wünsche euch ein erholsames und gesegnetes Weihnachtsfest.“


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Eure Hände sind nicht nur Fleisch und Knochen, sie sind die Werkzeuge eurer Seele. Jede ehrliche Arbeit, im Schwingen des Besens wie im Führen des (ätherischen) Skalpells, ist eine Form des Gebets und ein Schritt auf eurer geistigen Reise. Jeder von uns dient auf seine eigene, einzigartige Weise dem Guten. Lasst die Güte nicht im Dezember durch Geldspenden enden. Wahre Nächstenliebe bedeutet, das ganze Jahr über die Augen offen zu halten, wer Hilfe benötigt. Das ist die wahre, stille Magie, die unsere Welt Stück für Stück heilt, und nicht außergewöhnliche Fähigkeiten. Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest!


Das Projekt »The Healer Jesus Lopez« als Comic-Serie ist ein reines Herzensprojekt. Es finanziert sich nicht über den Verkauf von Heften, sondern lebt von der Begeisterung und der Wertschätzung seiner Leser.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das hier machen: steady.page.

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Ich danke euch von Herzen für eure wertvolle Unterstützung und die Treue als Leser.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ina (Montag, 22 Dezember 2025 09:51)

    Super spannend geschrieben.
    Danke �
    Ich bin gespannt, wie der nächste Comic wird...

  • #2

    Jesus (Montag, 22 Dezember 2025 10:58)

    Vielen lieben Dank!

    Gerade sitze ich am Schreibtisch und arbeite an der 40. Geschichte. Ich muss mich gedulden, das Meisterwerk nicht vorzeitig zu veröffentlichen. In den vergangenen Tagen ist mir bewusst geworden, dass mit jeder Veröffentlichung eine stetige Steigerung stattgefunden hat.

    Gestern kam mir eine neue Idee für die nächste Geschichte. Um die Neugier ein wenig zu stillen: Auf dem nächsten Comiccover wird ein Werwolf zu sehen sein.