Gemeinsamkeiten
Nachdem ich Der starke Wille (Resurrection, 1980) gesehen habe, sind mir einige Parallelen zu einem ganz anderen Film aufgefallen: The Dead Zone (1983), basierend auf dem Roman (bereits 1979) von Stephen King. Auf den ersten Blick könnten die beiden Filme kaum unterschiedlicher sein. Hier eine leise Geschichte über Heilung und Liebe, dort ein politisch aufgeladener Thriller über Visionen und Schicksal. Und doch tauchen bei genauerem Hinsehen erstaunlich ähnliche Motive auf. Das hat mich neugierig gemacht, und ich bin der Sache etwas nachgegangen.
Zwei Geschichten, ein Ursprung: der Autounfall
Das spirituelle Heilungsdrama Der starke Wille handelt von einer Frau, die nach einem kurzen klinischen Tod
durch einen Autounfall die Fähigkeit erhält, Menschen durch Berührung zu heilen.
The Dead Zone handelt dagegen von Johnny Smith, der nach einem fast fünfjährigen Koma hellseherische und präkognitive Visionen durch Berührung erlebt. Ein
politisch-übersinnlicher Thriller mit Fokus auf Schicksal und moralischer Verantwortung.
Beide Filme teilen das Motiv Autounfall löst übersinnliche Kraft durch Berührung aus. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein direkter Bezug zwischen beiden Werken. Bei näherer Recherche zeigt sich jedoch: Es handelt sich eher um ein generisches Genre-Element der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre. Ein Motiv, das sich in dieser Zeit auch in Filmen wie »Carrie« oder »Firestarter« wiederfindet. Ein belegter direkter Einfluss zwischen »Resurrection« und »The Dead Zone« existiert nicht.
Das Gewehr-Motiv
In beiden Werken spielt eine Schusswaffe eine wichtige Rolle. Auch wenn Parallelen erkennbar sind, unterscheiden sie sich grundlegend:
- Bei Resurrection ist der Schuss ein Akt der Gewalt gegen die Protagonistin, ausgelöst durch den religiösen Wahn ihres Umfelds.
- Bei The Dead Zone ist es die Hauptfigur selbst, die aktiv zur Waffe greift. Ein moralisches Dilemma um Schicksal, Verantwortung und politische Gewalt.
Das Gewehr-Motiv in beiden Filmen lässt sich in diesem Licht neu lesen: als Symbol für die Konfrontation zwischen übersinnlicher Begabung und einer Gesellschaft, die nicht weiß, wie sie damit umgehen soll. Sei es durch religiösen Fanatismus oder durch politische Gewalt. Zwei Filme, ein geteiltes Zeitalter, zwei sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage, was es bedeutet, eine Gabe zu tragen, die größer ist als man selbst.
Warum gab es zwei Filme, die in dieselbe Richtung gingen?
Diese Häufung war kein Zufall, sondern Teil einer breiteren kulturellen Welle. Ein paar Faktoren erklären sie:
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Der Parapsychologie-Boom der 1970er-Jahre
In den 1970ern erlebte die Parapsychologie einen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung. Universitäten betrieben ernsthafte ESP-Forschung, sogar die CIA experimentierte mit Fernwahrnehmung. -
New Age und östliche Spiritualität
Die Theosophie beeinflusste maßgeblich die New-Age-Bewegung der 1970er-Jahre, verbunden mit wachsendem Interesse an Meditation, östlicher Mystik und verborgenen Kräften des Geistes. Glaube, Energie und übersinnliche Kräfte als Gegenentwurf zu etablierter Religion und Wissenschaft. -
Stephen Kings eigener Auslöser: Carrie (1976)
Die Geschichte beginnt eigentlich 1976, als Brian De Palma Kings Debütroman »Carrie« verfilmte. Ein schüchternes, gemobbtes Mädchen mit telekinetischen Kräften wurde zur Horror-Ikone. King und De Palma verliehen psychischen Kräften einen dunklen, emotionalen Ausdruck: eine Möglichkeit, inneres Trauma nach außen zu kehren. Das machte King selbst gewissermaßen zum Trendsetter dieses Subgenres. -
Eine ganze Welle ähnlicher Filme
In den späten 1970ern und frühen 1980ern wurden Telekinese und psychische Kräfte zu einem wiederkehrenden Filmthema, besonders im Horror- und Science-Fiction-Genre. -
Politische Verunsicherung
Speziell bei »The Dead Zone« kommen noch die Watergate-Desillusionierung und die Angst vor einem politischen Demagogen hinzu. Der Bezug von Stephen King auf Donald Trump kommt nicht von ungefähr.
Mehr Informationen in den Blogartikeln zu den jeweiligen Filmen.
Über den Blogautor und Geistheiler
Der Geistheiler Jesus Lopez folgt seiner Berufung als Geistheiler seit über 20 Jahren. Seine Methoden zielen darauf ab, Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte durch Energiearbeit zu aktivieren. Mit seiner zusätzlichen Tätigkeit als Blogautor, seinem eigenen Comic-Cover-Storytelling und den Geistheilungstagen bringt er das Thema Geistheilung als spiritueller Kulturarbeiter voran.
Hauptberuflich arbeitet er in seiner Praxis in Bergheim und bietet dort Einzelsitzungen an. Die Geistheilungstage finden demnächst in Köln und Frankfurt am Main statt.
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