Wie Betrügerinnen alte Menschen mit Zigeunerlegenden täuschen
In vielen Städten und Gemeinden kommt es immer wieder zu perfiden Betrügereien, bei denen sich Frauen als Wahrsagerinnen oder spirituelle Beraterinnen ausgeben. Sie behaupten, aus einer alten "Zigeunerfamilie" zu stammen, um Vertrauen zu gewinnen und ihren Opfern, oft ältere, einsame Menschen oder spirituell aussehenden Frauen, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch hinter diesen vermeintlich mystischen Figuren steckt meist nichts weiter als eine gut durchdachte Masche.
Wie funktioniert der Betrug?
Die Täterinnen nutzen psychologische Tricks, um ihre Opfer zu manipulieren, so oder so ähnlich:
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Das erste Gespräch: Vertrauen aufbauen
Die Betrügerinnen sprechen Menschen auf der Straße oder seltener an der Haustür an und behaupten, eine besondere Gabe zu haben. Sie erzählen, dass sie eine dunkle Aura oder eine bevorstehende Gefahr bei ihrem Opfer spüren. Das weckt Angst und Neugier. -
Falsche Prophezeiungen und Drohungen
Um das Opfer emotional abhängig zu machen, prophezeien sie Schicksalsschläge oder behaupten, ein Fluch liegt auf der Familie. Die einzige Rettung: Ein „Reinigungsritual“, das selbstverständlich bezahlt werden muss. -
Geld als Opfergabe
Die Betrügerinnen verlangen hohe Summen, die sie als „Spende“ oder „Schutzgeld“ tarnen. Dies findet dann in der Wohnung der Opfer statt. Oft fordern sie das Geld in bar, um es zu reinigen und um die Spur zu verwischen. In einigen Fällen geben sie das Geld sogar zurück, allerdings nur in einem Umschlag, der dann heimlich ausgetauscht wird.
Wie kann man sich und andere schützen?
Informieren Sie die Polizei! Wer in der Innenstadt verdächtige Personen bemerkt, sollte umgehend handeln. Und lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung rein. Besonders dann nicht, wenn Geld oder Wertgegenstände im Spiel sind.
Warum fallen Menschen darauf rein?
Gerade ältere Menschen sind oft einsam und suchen Halt. Sie sind empfänglicher für emotionale Manipulation und haben oft größere Bargeldreserven zu Hause. Die Betrügerinnen nutzen dieses Vertrauen aus und setzen ihre Opfer gezielt unter Druck. Bei Verdacht, die Polizei informieren.
Diese Art von Betrug ist nicht nur skrupellos, sondern oft auch traumatisierend für die Opfer. Es ist wichtig, darüber aufzuklären und besonders ältere Menschen für solche Tricks zu sensibilisieren. Nur durch Achtsamkeit und Aufklärung kann verhindert werden, dass noch mehr Menschen auf diese kriminellen Machenschaften hereinfallen.
Die Wortwahl der Presse: Ein schwieriges Problem
In den vergangenen Jahren zeigt sich in der deutschen Presse ein interessantes Phänomen: Während früher klar von „Zigeunerbetrügerinnen“ oder „falschen Wahrsagerinnen“ die Rede war, meidet man heute den Begriff weitgehend, um „Angehörige der Roma-Minderheiten“ nicht zu diskriminieren. Stattdessen tauchen Begriffe wie „Schamanin“, „spirituelle Heilerin“ oder „Wahrsagerin“ auf, was aber eine Diskriminierung und Abwertung der ehrlichen Dienstleister in der Branche bedeutet. Aktuelles Beispiel, die Betrügerin Mariana M. (44). Einfach nach dem Namen googeln und die angebliche Schamanin finden.
Das viel größere Problem dabei: Diese Begriffe klingen fast ehrenhaft und verschleiern den kriminellen Hintergrund der Täterinnen. Schamanismus ist in vielen Kulturen eine angesehene spirituelle Praxis, hat aber mit diesen Betrügereien nichts zu tun. Durch die weichere Wortwahl wirkt es oft so, als handele es sich um missverstandene spirituelle Frauen statt um skrupellose Gaunerinnen.
Mal ganz ehrlich, wer verbindet bei osteuropäischen und südosteuropäischen Ländern den Begriff Schamanismus?
Diese sprachliche Vorsicht ist Teil einer allgemeinen Entwicklung, in der Begriffe vermieden werden, um niemanden zu diskriminieren. Das ist grundsätzlich verständlich, doch in Fällen von Kriminalität kann es auch dazu führen, dass Taten verharmlost oder falsch eingeordnet werden. Die meisten Menschen setzen die Begriffe Schamanin und Zigeunerin nicht gleich. Sollte, wie auch hier in Bergheim, eine Betrügerin die Leute ansprechen und ihre Hände lesen wollen, weil sie sich als Zigeunerin ausgibt, haben die größtenteils älteren Menschen nicht den Artikel im Hinterkopf haben, weil keine Schamanin …
Um effektiv über diese Betrugsmaschen aufzuklären, wäre eine präzisere und sachlichere Wortwahl wichtig. Es sollte nicht um ideologische oder politische Korrektheit gehen, sondern darum, die Täterinnen klar zu benennen und Menschen vor ihnen zu warnen. Wenn richtig, dann nach der Anzeige, noch eine Anzeige, wegen Verleumdung und Diskriminierung von Angehörigen der Roma-Minderheiten.
Touristenabzocke in Granada
In Granada (Spanien) gibt es seit Jahren ein bekanntes Problem: Touristen werden gezielt abgezockt.
Wer dort unterwegs ist, trifft regelmäßig auf Gitanos, die mit Rosmarinzweigen oder Wahrsagerei Geld machen wollen. Viele Reisende berichten von der Rosmarin-Masche. Der Ablauf ist simpel:
1. Eine Frau kommt auf Touristen zu. Sie drückt ihnen ungefragt einen Rosmarinzweig in die Hand und nennt ihn „Glücksbringer“.
2. Manchmal beginnt sie mit einer angeblichen Wahrsagung.
3. Danach fordert sie Geld, oft aggressiv und deutlich mehr, als man erwarten würde.
Der Trick funktioniert, weil viele Besucher überrascht sind oder sich schämen, den Zweig zurückzugeben. Manche zahlen einfach, um ihre Ruhe zu haben.
Die Lösung ist ebenso simpel:
Nichts annehmen. Kein Blickkontakt, klares „No“ und weitergehen.
Wer den Zweig nicht in die Hand nimmt, gerät gar nicht erst in die Situation.
Quellenangaben
1. Sinti-Allianz: keine Zensur von Zigeuner:
https://deutsche-sprachwelt.de/2020/08/sinti-allianz-keine-zensur-von-zigeuner-sossendiskussion-unwuerdig
2. Millionenschaden: https://www.bmi.gv.at/news.aspx?id=7757312B3574385A6B33673D
3. Vier Jahre Haft für mutmaßliche Okkult-Betrügereien: https://wien.orf.at/stories/3333368/
4. Das Granada der Gitanos: https://taz.de/Das-Granada-der-Gitanos/!1753826/
5. Trickbetrüger auf Mallorca: https://www.reisereporter.de/reisenews/reisesicherheit/trickbetrueger-auf-mallorca-warnung-an-urlauber-was-ist-die-rosmarin-masche-EL3B3QEHLZB3PKBB3NPPBWRDJ4.html
Der Beitrag wurde am 23.02.2026 aktualisiert und erweitert.
Über den Blogautor und Geistheiler
Der Geistheiler und Spanier Jesus Lopez hat seine Gabe schon in der Kindheit wahrgenommen, ohne vorzugeben, ein andalusischer "Gitano" zu sein. Er geht seiner ehrlichen Berufung als Geistheiler seit 20 Jahren nach. In seinem Blog, mit über 340 Blogartikeln, informiert er regelmäßig über die Hintergründe der Geistheilung. Er warnt immer wieder auch über Betrüger in der Szene. Die Presse kommt mit ihrer falschen Ausdrucksweise, der allgemeinen Diskriminierung und Verallgemeinerung über die spirituelle Szene nicht weniger glimpflich davon. Hauptberuflich arbeitet er in seiner Praxis in Bergheim. Der nächste Geistheilungstag in Köln findet am 28.02.2026 statt.
Mehr über: Jesus Lopez | Rezensionen | Einzelsitzungen | eigene Comicreihe The Healer









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