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Zivilcourage

Zivilcourage (oder gleichbedeutend sozialer Mut) ist ein bestimmter Typus sozial verantwortlichen Handelns, keine Eigenschaft einer Person. Zivilcouragiertes Handeln geschieht in Situationen, in denen zentrale Wertüberzeugungen und soziale Normen (z. B. Menschenwürde, Menschenrechte, Gerechtigkeit, friedlicher Konfliktaustrag unter Bürgern) oder die physische oder psychische Integrität einer Person verletzt werden. Zivilcouragiert handelt, wer bereit ist, trotz drohender Nachteile für die eigene Person, als Einzelner – seltener als Mitglied einer Gruppe – einzutreten für die Wahrung humaner und moralischer Werte, für die Integrität und die legitimen, kollektiven, primär nicht-materiellen Interessen vor allem anderer Personen, aber auch des Handelnden selbst. (Gerd Meyer, Wikipedia)

In diesen Zeiten von Corona wurde das Thema der Denunziation in diesen Tagen in den Sozialen Medien groß aufgebauscht. Dabei wird dann von DDR und Nazi-Zeiten geredet. Dass die Menschen Spielball der Politiker geworden sind. Das sind die allgemeinen Meinungen und Beiträge, die man im Groben dazu im Netz findet. Ich möchte mich dem nicht anschließen, sondern über Zivilcourage schreiben.

Wie würdest du handeln?

Schlägertypen bedrohen einen Ausländer im Zug und du sitzt nicht weit davon entfernt?
Oder in Corona Zeiten geht ein Teenager ständig aus dem Haus raus und trifft sich mit Freunden. Er wohnt noch bei seiner Familie, wo der Vater als Risikopatient nach einer schweren Chemotherapie zu Hause bleibt. Du triffst nun den Sohn. Schweigst du oder redest du mit den Sohn? Was ist ,wenn der Sohn als Schlägertyp bekannt ist? Was würdest du machen, wenn du als Freund dabei bist?
 

Die sechs Regeln für Zivilcourage

Situationen können wegen Kleinigkeiten und Unverständnis eskalieren. Oder man gerät als Zeuge in so eine Situation. Bevor man sich also in einer Stresssituation fragt, was soll ich machen, gibt es eine Anleitung an die man sich, so gut es geht, halten kann.

Die Kunst zu helfen

1. Ich beobachte genau.

2. Ich hole Hilfe.

3. Ich halte Abstand.

4. Ich suche Mitstreiter.

5. Ich kümmere mich um die Opfer.

6. Ich bin Zeuge.

Details zu den sechs Regeln

1. Ich beobachte genau

Erst einmal die Situation einordnen und sortieren. Beobachten, zuhören und Abstand halten. Erst dann kann man erkennen, worum es tatsächlich geht und danach können Entscheidungen getroffen werden.

 

Falls man nicht körperlich aktiv werden kann, dann
so viele Details wie möglich zur Personenbeschreibung und zum Tatablauf merken.
Beobachtungen schnellstmöglich aufschreiben. Nach solchen Situationen vergisst man schnell die einzelnen Details und die können sowohl der Polizei bei den folgenden Ermittlungen helfen, als auch den Betroffenen helfen, zu ihrem Recht zu kommen.

2. Ich hole Hilfe

Bei einem Unfall mit Verletzten den Rettungsdienst (112) und bei Straftaten die Polizei (110) anrufen.
Besser schon vorher im Telefon abspeichern. Je nach Stress oder Schock, können auch diese Nummern vergessen werden. 

3. Ich halte Abstand

Die körperliche Einmischung, z.B. das Festhalten, Wegziehen oder das „selbst zuschlagen“ ist immer die allerletzte Möglichkeit einem Opfer Hilfe zu gewähren. Ich agiere aus einer sicheren Entfernung.

 

Direkt das Opfer fragen, ob es Hilfe braucht, ob die Polizei gerufen werden soll oder den Hinweis geben, dass die Polizei bereits benachrichtigt wurde. In jedem Fall die Ansprache an das Opfer richten.

Sollte ich dennoch in einen Dialog mit dem Täter verwickelt werden, dann bleibe ich höflich und bestimmt, ich bleibe beim „Sie“, um eine respektvolle Distanz zu wahren und um anderen „Zuschauern“ zu signalisieren, dass es sich nicht um eine Privatsache handelt.

 

Wenn die Situation es erforderlich macht, dass ich direkt und mit körperlichem Einsatz dazwischen gehe, dann sollte ich zuvor zwei Dinge berücksichtigt haben:

1. Das körperliche Eingreifen ist immer das allerletzte Mittel und wird nur eingesetzt, wenn eine erhebliche Gefahr für Leib oder Leben des Opfers besteht.

2. Ich suche mir Mitstreiter!

4. Ich suche mir Mitstreiter

Je mehr Mitstreiter man um sich versammelt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Eskalation unterbleibt oder schneller zu Ende geht.

 

Die Mitstreiter werden direkt, klar und bestimmt angesprochen und es wird ihnen unmissverständlich gesagt, was man von ihnen erwartet. Die Personen dadurch von ihren Gedanken und Paralisation wecken. 

5. Ich kümmere mich um die Opfer

Läuft der Täter weg und man muss sich entscheiden, ob der Täter verfolgt wird (Sicherheitsabstand wahren!) oder man sich um das Opfer kümmert, sich dann immer zuerst an das Opfer wenden.
Mitstreiter um Unterstützung bitten. Entweder helfen oder verfolgen. 

6. Ich bin Zeuge

Nun gilt es als Zeuge die Verantwortung zu übernehmen:

+ Nur wenn man aussagt können Polizei und Justiz ihre Arbeit machen.

+ Nur wenn man aussagt lernt ein Täter, dass er für seine Tat zur Verantwortung gezogen wird.

 

Sage ich nichts, lernt der Täter, dass ihm nichts geschieht und dass er immer so weiter machen kann. 
Dadurch kann es zu weiteren Opfern kommen. 

Quellenangaben

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